Patientenforum

Forum: Zahnersatz

Durch Zahnerkrankungen oder Unfällen können Zähne verloren gehen. Wir geben Hinweise und Entscheidungshilfen zur richtigen Wahl der Zahnversorgung.

Thema:
Zerstörte Smile Line, eingefallene Mund/Lippen/Wangen-Partie, funktionelle Störungen durch implantatgetragene Zirkonbrücke
Anzahl der Beiträge: 1

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erstellt: 25.05.2026 - 05:05

Sunnysandshine aus Baden-Württemberg

Hallo zusammen,

ich hoffe sehr auf eure fachliche Einschätzung, denn ich bin aktuell wirklich verzweifelt und massiv verunsichert. 

Seit Jahren habe ich darauf hingearbeit, meine Zähne ffertigstellen zu lassen und endlich festsitzenden, implantatgetragenen Zahnersatz zu bekommen. Vor zwei Wochen war dann die erste Anprobe, zwei Wochen später die zweite. Die erste Anprobe war für mich ehrlich gesagt ein Schock. Bei der zweiten gab es zwar sichtbare Verbesserungen, aber die grundsätzlichen Probleme bestehen weiterhin.

Ich erkenne mich selbst kaum wieder und habe sowohl ästhetisch als auch funktionell große Zweifel an der Versorgung.

Folgende Punkte beunruhigen mich besonders:

  • Meine Smile Line wirkt komplett verändert und unnatürlich. Früher hatte ich einen positiven Verlauf, jetzt wirkt sie eher flach bis negativ. Es fühlt sich nicht mehr wie „mein“ Lächeln an. Mund sieht krumm aus.

  • Beim Lachen sieht man plötzlich dauerhaft die unteren Zähne, was früher nie der Fall war und mein Lächeln sehr verbissen wirken lässt.

  • Der Zahnbogen im Oberkiefer wirkt trapezförmig, folgt aus meiner Sicht nicht meinem natürlichen Kieferverlauf und füllt den Oberkiefer nicht aus.Zähne linke Zahnreihe enden im Nichts.Empfinde Zähne auch leicht zu weit hinten. (Übergangsprothese war viel zu weit vorne)

  • Ich habe ausgeprägte Bukkalkorridore bzw. dunkle Bereiche in den Mundwinkeln.

  • Mein Profil wirkt von der Seite eingefallen und verändert, fast „hexenartig“. Die Lippen wirken kleiner, der Mund ist in Höhe und Länge kleiner, die Wangen eingefallen und insgesamt wirkt mein Gesicht optisch älter.

  • Die Seitenzähne im Oberkiefer verlaufen nach hinten eher nach unten statt harmonisch nach oben „auszulaufen“.

  • Lippen bedecken Hälfte der oberen Frontzähne.

  • Im Unterkiefer wirken die Backenzähne überlang, im Oberkiefer fällt besonders ein sehr großer Frontzahn auf.

  • Ich habe deutliche Probleme mit S-Lauten.

  • Gesicht und Nase wirken plötzlich asymmetrischer als vorher. Ich weiß, dass kein Gesicht symmetrisch ist, aber es gibt keine asymmetrische Harmonie mehr.

  • Insgesamt habe ich das Gefühl, dass der Zahnersatz weder zu meiner Gesichtsform noch zu meiner Lippenform oder meinem früheren Lächeln passt. Ich fühle mich damit fremd und entstellt.

Ich habe über 35.000 € in diese Behandlung investiert. Gerade weil implantatgetragener Zahnersatz als hochwertige und ästhetisch anspruchsvolle Versorgung gilt, bei der individuelle Anatomie und natürliche Zahnformen berücksichtigt werden können, habe ich mich bewusst für diese feste Lösung entschieden.

Die Praxis und auch der Zahntechniker sagen jedoch, dass das Ergebnis gut sei und ich mich lediglich daran gewöhnen müsse. Außerdem wurde argumentiert, dass bei einer festsitzenden Versorgung aufgrund meines Knochenschwunds „nicht mehr möglich“ sei und bereits das Maximum herausgeholt worden wäre.

Mir wurde erklärt:

  • Die Smile Line könne wegen der Implantatpositionen und der Seitenzahnverläufe nicht weiter verbessert werden.

  • Die Bukkalkorridore und der trapezförmige Zahnbogen seien durch die Implantatpositionen begrenzt.

  • Die Backenzähne im UK könnten nicht kleiner gemacht werden, da durch meinen starken Knochenschwund sonst funktionell ein zu großer Abstand (Löcher) zwischen Ober- und Unterkiefer entstehen würde, wie es bei der ersten Anprobe nch war und ich nicht richtig kauen könnte.

  • Aus dem gleieche Grund könne man nden linken Verlauf der oberen Backenzähne nicht verändern, weshalb man auch an der Smile Line nichts mehr machen könne.

  • für andere Zahnpositionen bzw. einen harmonischeren Zahnbogen hätte man künstliches Zahnfleisch benötigt, was laut Praxis wiederum unnatürlich aussehen würde.

Was mich zusätzlich verunsichert: Über diese massiven ästhetischen Einschränkungen oder möglichen Kompromisse wurde im Vorfeld nie gesprochen. Ich hatte ausdrücklich den Wunsch nach einer festen Lösung geäußert – aber selbstverständlich in der Erwartung, dass diese funktionell und ästhetisch harmonisch an meine individuelle Anatomie angepasst werden kann.

Deshalb frage ich mich inzwischen:

  • Wenn diese Art der Versorgung für meine anatomischen Voraussetzungen nur mit solchen Einschränkungen umsetzbar ist – warum wurde sie dann überhaupt so geplant? Denn diese Lösung soll auch nicht für einen komplett zahnlosen Kiefer geeignet sein, was bei mir der Fall ist.

  • Hätte man mich nicht vorher klar über die möglichen ästhetischen Folgen informieren müssen?

  • Und ist eine derart starke Veränderung des Gesichtsbildes wirklich „normal“?

Was mich zusätzlich irritiert: Mein Gesicht wurde nie vermessen, es gab keine ausführliche digitale Gesichtsplanung oder ähnliche Verfahren. Etwa eine Woche vor der ersten Anprobe wurden lediglich einige Fotos mit dem Handy gemacht, aus denen wohl eine Art 3D-Darstellung erstellt wurde. Deshalb frage ich mich, ob die Planung überhaupt ausreichend individuell erfolgt ist.

Ich bin psychisch inzwischen wirklich am Boden zerstört. Mein Ziel war es eigentlich, endlich wieder ein harmonisches, natürlich wirkendes Gebiss zu haben, mit dem ich wieder unbefangen lachen, sprechen und unter Menschen gehen kann. Stattdessen fühle ich mich damit entstellt und weiß nicht mehr weiter.

Deshalb meine Fragen an euch:

  • Ist es bei einer solchen Versorgung tatsächlich normal, dass man sich an ein komplett verändertes Erscheinungsbild „gewöhnen“ muss?

  • Wie beurteilt ihr die genannten Punkte grundsätzlich?

  • Sind Smile Line, Zahnbogenform, Lippenstütze, sichtbare Unterkieferzähne beim Lachen oder Sprachprobleme erfahrungsgemäß noch korrigierbar?

  • Ist es realistisch, auch bei stärkerem Knochenschwund mit einer festsitzenden Versorgung ein harmonisches und natürliches Ergebnis zu erreichen?

  • Gibt es eine andere Lösung, die besser zu meinen Voraussetzungen passt? Ich hatte was gehört von einer festsitzenden Toronto-Brücke gehört, die über "Adapter" an den Camlog Implantaten festgemacht werden kann. Gibt es das und ist es empfehlenswert?

  • Würdet ihr in meinem Fall zu einer unabhängigen Zweitmeinung, einem Gutachten oder einer erneuten Anprobe raten?

  • Wie würdet ihr weiter vorgehen?

Ich habe die Fertigstellung vorerst gestoppt, weil ich große Angst habe, etwas endgültig abzunehmen, womit ich dauerhaft unglücklich bin.

Bilder: https://drive.google.com/file/d/1-JkIO2w1yWM3fK6DtiihyYiYlfGKzX00/view?usp=sharing

Vielen Dank im Voraus für jede ehrliche fachliche Einschätzung oder Erfahrung.



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