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Forum: Implantologie

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Thema:
Zahnarzt empfehlt Implantat
Anzahl der Beiträge: 11

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erstellt: 16.02.2010 - 09:43

Sabrina R aus Schleswig-Holstein

Guten Morgen,

seit Nov. 2008 habe ich Probleme/Schmerzen im rechten Unterkiefer.
Im Nov. 2008 habe ich aufgrund von Ohrenschmerzen und Schmerzen in der rechten Gesichtshälfte den zahnärztlichen Notdienst aufgesucht nachdem eine Mittelohrentzündung ausgeschlossen wurde. Der Zahnarzt hat leider gefuscht, anstelle eine Kiefergelenksentzündung aufgrund von nächtlichen Zähneknirschen zu diagnostizieren wurde mir in den Muskelansatz re. UK geschnitten und ein Zahn musste entfernt werden, da er ihn aufgebohrt hatte und aufgrund des Defekts im rechten UK nicht in den nächsten Tagen verschlossen werden konnte. Nach meinen letzten Zahnextraktionen habe ich immer Entzündungen gehabt, die lange benötigt haben bis sie ausgeheilt sind. Der natürliche Verschluss durch geronnenes Blut verschwindet bei mir innerhalb kurzer Zeit. Ich muss dazu schreiben, das ich Raucherin bin. Allerdings habe ich nach der Extraktion der Weisheitszähne 4 Wochen nicht geraucht und dennoch eine langwierige Entzündung gehabt. Im rechten UK habe ich nun keine Zähne mehr. Seit Nov. 2008 ständig Schmerzen aufgrund von Mikrokontrakturen im Muskel (masseter), weswegen ich wiederholt in physiotherapeutischer Behandlung gewesen bin. Aktuell auch wieder. Im rechten UK habe ich eine Prothese, welche aber immer wieder Probleme macht. So musste sie nun aussen ganz abgeschliffen werden, da durch den fehlerhaften Eingriff die Ansätze rechts außen so weit hochgezogen sind, das die Prothese ständig ins Gewebe (Muskulatur?) eingedrungen ist und zu Schmerzen rechte Gesichtshälfte geführt hat. Mein Zahnarzt sagt nun das er mit der Prothese nicht mehr weiterkommt und rät mir zu einem Impantat und im Anschluss eine Brücke. Unten rechts habe ich nur noch den Eckzahn.
In der Nacht trage ich wegen knirschen eine Schiene und wenn ich die Prothesen, Schiene nicht trage führt das in der Folge wieder zu Kiefergelenksentzündungen.
Aufgrund meiner Vorgeschichte habe ich eine panische Angst, dass das Implantat die Situation noch weiter verschlechtert. Bzw. es bei der Vorgeschichte zu Entzündungen kommt. Zudem rauche ich immer noch.
Seit einer Woche denke ich nun an nichts anderes mehr als an dieses Implantat, was ich wenn Ende März lassen machen würde. Auch frage ich mich, wenn ich die Prothese nach dem Eingriff nicht tragen kann, wie ich mit den Schmerzen von Muskeln, Gelenk und Missempfindungen am besten umgehen kann?

Vielleicht kann mir hier jemand weiterhelfen bzw. seine Meinung/Erfahrung dazu schreiben? Ob bei einer solchen Vorgeschichte ein Implantat sinnvoll ist?

Ein MRT wurde übrigens gemacht, um Knochenentzündungen ect. auszuschliessen.

Viele Grüße
und vielen Dank vorab,
Sabrina

Hallo Sabina,
m.E. muss eine ganz sorgfältige Diagnostik der funktionellen Probleme gemacht werden, das ist ja offenbar schon erfolgt ?!
Zur Stabilisierung der Kieferposition und der Kiefergelenke ist eine feste Abstützung durch Implantate sicher wesentlich besser geeignet als eine offenbar wacklige Prothese. Deswegen sind Implantate auf jeden Fall eine sinnvolle Maßnahme.
Aber: Sie schreiben von einem Implantat. Wenn Sie nur den Eckzahn haben und rechts keine Seitenzähne (habe ich das richtig verstanden?), dann ist ein einzelnes Implantat definitiv zuwenig.
Wundheilungsstörungen nach Zahnentfernung treten häufiger auf als bei Implantationen. Also keine Angst. Aber: rauchen und gute Wundheilung nach Implantationen passen nicht zusammen !! Das müssen Sie wissen, und das Risiko, das durchs Rauchen ausgelöst wird, das können Sie nur selbst tragen und nicht der Zahnarzt.
Also mein Rat: Fragen Sie mal kritisch nach, ob ein einzelnes Implantat wirklich ausreicht oder mehrere gemacht werden sollten.
Gruß aus Flintbek / Kiel
Florian Stephenson

Sehr geehrte Sabrina,
suchen Sie einen Kollegen auf, der sich mit "Myoarthropathein" auskennt. Eine Anlaufstelle wäre Prof. J. Türp in Basel/Schweiz.
Es erscheint unwahrscheinlich, daß der Massetermuskelansatz (teilweise) durchtrennt wurde. Ob mit Implantaten eine Besserung erzielt werden kann, ist spekulativ, unabhängig davon, ob diese gut einheilen.
Gute Besserung aus Neu-Isenburg
Dr. Frank Püllen, MMSc

erstellt: 17.02.2010 - 15:47

Sabrina R aus Schleswig-Holstein

Vielen Dank für die Antworten.
Diagnostik ist durch einen Kieferchirurgen und meinen Zahnarzt erfolgt.
Die Prothese, Schiene und Physiotherapie haben kurzzeitig Erfolg gebracht.

Ich habe in meinen ersten Beitrag vergessen zu erwähnen, das ich nachts und morgens (1-2 Stunden) schmerzfrei bin. Tagsüber schwanken die Beschwerden.
Ohne Prothese bekomme ich zunehmend Beschwerden in Gelenknähe und Missempfindungen und mit Prothese kann ich die Schmerzen meist nach kurzer zeit nicht mehr lokalisieren, wobei die Intensität schwankt. Es ist für mich beinahe jedes Mal eine Erleichterung, wenn ich die Prothese entferne.

Im rechten Unterkiefer habe ich nur noch den Eckzahn und keine Seitenzähne mehr.
Es handelt sich lediglich um ein Implantat, welches dann genutzt werden soll um eine Brücke zu befestigen. Die Prothese ist zur Zeit sehr locker und ich nehme sie zum essen raus.
Einige Zeit bevor die Probleme aufgetreten sind wurde mir im rechten Unterkiefer ein Weisheitszahn mit Zyste entfernt. Ebenfalls 2009.

Bereffend des Muskels weiss ich nur, das ich vom zahnärztlichen Notdienst nach dem Eingriff direkt eine Überweisung zum Kieferchirurgen nach Hamburg bekommen habe. Dieser und mein Zahnarzt haben gesagt, das er in den Muskel geschnitten hat?! Ich habe in der rechten Wangentasche einen langen Schnitt und ein Loch da wo einst mein Weisheitszahn gewesen ist gehabt. Mehr habe ich selbst nicht erkennen können. Lt. meinen Zahnarzt ist die Prothesenversorgung bedingt dadurch auch erschwert?

Die Anlaufstelle Prof. J. Türp in Basel/Schweiz liegt von mir leider sehr weit entfernt, da ich in Nordeutschland direkt an der Elbe wohne. Gibt es vielleicht auch eine Anlaufstelle in Norddeutschland?

Ich selbst muss gestehen, das ich zur Zeit überhaupt nicht mehr weiss wem ich vetrauen soll. Habe auch noch einmal einen Versuch unternommen und bin zu einem Zahnarzt gefahren, welcher lt. I-net auf Kiefergelenksprobleme, ect. spezialisiert ist aber habe ich da überhaupt nicht wohl gefühlt und im Nachhinein auch einiges negatives über den Zahnarzt gehört, was ich nicht beurteilen kann.

Der Kieferchirurg in HH und mein Zahnarzt vor Ort, welche ich beide als sehr kompetent erachte haben ein Implantat empfohlen. Wobei der Kieferchirurg das bereits vor einigen Monaten empfohlen hat.

Mein Zahnarzt setzt selber noch nicht lange Implantate. Wenn ich es richtig verstanden habe seit Oktober letzten Jahres. Ist allerdings ein sehr kompetenter Zahnarzt. Habe nur meine Bedenken, ob sich der Eingriff wirklich für mich lohnt die Situation zu verbessern und nicht noch zu verschlechtern, wenn Komplikationen auftreten. Habe seit der OP in der mir zwei Weisheitszähne mit Wundheilungsstörungen entfernt wurden auch große Angst vorm Zahnarzt.

Die Aussage das Wundheilungsstörungen nach Extraktion häufiger auftreten als nach Implnatation beruhigt mich schon einmal - vielen Dank!

Viele Grüße,
Sabrina

Ergänzung auch von mir:
Eckzahn und dahinter keine Backenzähne - alle fehlenden Seitenzähne sollen durch ein einziges Implantat ersetzt werden ??? Sorry, das geht nicht, ganz besonders nicht wenn funktionelle Störungen vorhanden sind. Eine ganze Seitenzahnreihe kann man nicht durch ein einziges Implantat ersetzen. Der Misserfolg ist vorprogrammiert. Zwei Implantate sind das Minimum, je nach Situation braucht man evtl. sogar drei. Gruß Florian Stephenson

erstellt: 17.02.2010 - 18:58

Sabrina R aus Schleswig-Holstein

Guten Abend,

also ich glaube ich habe einen Zahn unterschlagen?! - Entschuldigung! Es fehlen im UK rechts 3 Zähne (ohne Weisheitszahn).
1 Zahn soll durch ein Implantat ersetzt werden und dann eine Brücke gefertigt werden.
Da wäre dann ein Implantat zu wenig?

Vielen Dank für Ihre Geduld und Mühe!

Viele Grüße,
Sabrina

Hallo Sabrina,

auch Ihre neue Berechnung "3 Backenzähne fehlen, dafür gibts 1 Implantat mit Brücke " machen die Sache nicht besser oder seriöser!!!! Bei Ihrer Vorgeschichte und der vorliegenden Funktionsstörung sind hier Probleme vorprogrammiert!!!!
Ich würde dringenst den Besuch bei einem erfahrenen, qualifizierten Implantologen, der sich auch mit Funktionsdiagnostik sehr gut auskennt empfehlen...auch dringenst!!!!

Mit freundlichen Grüßen aus Worms


Markus Dillenburger


Hallo Sabrina,
deutlich näher als Basel wäre für Sie das CMD-Centrum Hamburg-Eppendorf (ist nicht die Uniklinik!) mit Dr. Ahlers und kooperierenden Spezialisten für Othopädie, Physiotherapie etc.(www.CMD-Centrum.de). Er ist einer der führenden Funktiondiagnostik-Spezialisten in Deutschland.
Allerdings muss bei all diesen Adressen auch direkt gesagt werden, dass Funktionsdiagnostik und -therapie fast gar nicht von der gesetzlichen Krankenkasse abgedeckt ist und die meisten guten Spezialisten auch recht lange Wartelisten haben, da sie sich auch für ihre Patienten viel Zeit nehmen (müssen).
Eine definitive Versorgung Ihrer Situation (nach Beseitigung Ihrer Beschwerden) mit nur einem Implantat halte ich auch für wenig erfolgversprechend, das sollte schon etwas besser abgestützt werden, aber das wird Ihnen ein Funktionsdiagnostik-Spezilist sicher auch noch einmal erläutern (auch wenn z.B. Dr. Ahlers selbst keine versorgung durchführt, sondern das den überweisenden Kollegen nach Absprache wieder machen lässt).
Grüße und guten Erfolg aus Seevetal, L. Jensen, M.Sc.

Hallo Sabrina,
da hier alle so schön am Ergänzen sind, will ich auch nochmal.
Ich habe mir grade nochmal Ihren ersten Bericht genauer durchgelesen und zusammen mit dem zweiten stellt sich für mich die Sache so dar, dass Sie nachts Prothese und Schiene tragen und damit dann keine Beschwerden haben, die stellen sich dann erst im Laufe des Vormittags wieder ein. Ist das richtig? Haben Sie auch schon mal versucht, die Schiene tagsüber drin zu lassen? Was passiert, wenn Sie nachts die Schiene nicht tragen? Oder auch mal die Prothese nicht?
Gruß, L. Jensen, M.Sc.

erstellt: 18.02.2010 - 21:25

Sabrina R aus Schleswig-Holstein

Guten Abend,

herzlichen Dank für Ihre Antworten!

Ich habe mich nun dazu entschieden auf jeden Fall noch eine weitere Meinung einzuholen.


Während der Nacht trage ich eine Schiene aus weichen Material im Unterkiefer, welche rechts unten auch unterstützt. Es ist in dem Bereich eine Art Sattel gefertigt, der einen Aufbiss ermöglicht. Wenn ich abends die Schiene einsetze habe ich in der Regel nach kurzer Zeit Entlastung und keine Schmerzen mehr. Morgens nehme ich die Schiene raus und bin dann etwa meist 1 - 1/2 Std. ohne Beschwerden. Die Prothese trage ich in der Nacht nicht. Diese setze ich etwa 1-2 Std. nach entfernen der Schiene morgens ein und trage sie bis abends, wobei ich sie zum Essen und zwischenzeitich abh. von den Schmerzen kurzzeitig rausnehme.

Die Schiene habe ich anfangs auch tagsüber getragen, wobei sie schon recht viel Material hat, das sie auch die Sprache beeinflusst und von aussen erkennbar ist. Die Beschwerden wurden darunter erträglicher, allerdings würde ich es im Tagesverlauf wie eine Art Muskelkater schildern?! Das liegt allerdings bereits einige Monate zurück.
Wobei ich ganz zu Beginn täglich massive Schmerzen gehabt habe, welche mich so beeinflusst haben, das ich desöfteren bereits um 19:00 ins Bett gegangen bin.

Bei Weglassen der Prothese kommt es zu Missempfindungen, welcher durch Physiotherapie gelindert worden sind. Ich kann es schwer beschreiben: kribbeln, leicht taub,...unangenehm.
Aufgrund eines Infekts habe ich die Prothese vor einigen Wochen relativ viel draussen gehabt mit der Folge einer Kiefergelenksentzündung.

Die Schiene in der Nacht habe ich in der Anfangsphase noch nicht gehabt und bin morgens meist beschwerdefrei aufgewacht. Da ich aber selber merke, das ich nachts knirsche trage ich sie jetzt regelmäßig.
Vielleicht hätte sich der Verlauf geändert, wenn ich bereits vor dem Besuch beim zahnärztlichen Notdienst eine solche Schiene gehabt hätte und in der Konsequenz keine Kiefergelenksentzündung welche anfangs nicht diagnostiziert wurde. Die Tage vor dem Besuch beim zahnärztlichen Notdienst (bzw. Kiefergelenksentzündung und vor Verlust eines weiteren Zahnes und dem Schnitt in den Muskel) habe ich Stress gehabt und die Beschwerden waren nach dem aufstehen aufgetaucht. Somit gehe ich davon aus, das ich auf Stress mit nächtlichen Zähneknirschen reagiere, aber ansonsten die Muskeln entspannen.

Ich hoffe das meine Schilderung verständlich ist, da es sich bereits über einen längeren Zeitram erstreckt fällt es mir teils schwer es gut nachvollziehbar zu schildern.

Vielen Dank, das Sie sich die Zeit nehmen.

Freundliche Grüße,
Sabrina


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