Forum: Endodontologie
Der Erhalt der Ihrer Zähne ist unsere oberste Aufgabe. Wird ein Zahn krank, helfen moderne Therapien ihn zu heilen. Wir unterstützen Sie gerne.
Thema:
Wurzelbehandlung fehlgeschlagen?
Anzahl der Beiträge: 3
EineAntwortgeben Eine Fragestellen AlleForenanzeigen
erstellt: 29.11.2025 - 16:54
Steirerblut aus Steiermark/Österreich
Guten Tag,
Hoffentlich kann mir hier jemand helfen. Ich durchlebe seit 9 Wochen die Hölle auf Erden. Im Sommer diesen Jahres suchte ich meinen Zahnarzt (Endodontologe) auf weil mein Backenzahn (36 UK) beim Aufbiss schmerzte. Mein Doc bohrte den besagten Zahn auf und untersuchte ihn mit dem Mikroskop. Ergebnis ein Einschlag mit Mikrorissen in der Zahnkrone. Der Bereich wurde ausgebohrt und eine medizinische Füllung darauf gemacht. Kostenpunkt: 600,-. Laut seinen Aussagen wäre nun alles wieder gut. Ein Monat später fing der Zahn an zu schmerzen und steigerte sich von Tag zu Tag. Als ich einen neuen Termin ausmachen wollte musste ich feststellen das mein Zahnarzt auf Urlaub ist. (Mein typisches Glück) Als die Schmerzen unaushaltbar wurden suchte ich eine kassenzahnärztin auf. Die führte eine gründliche Wurzelbehandlung (8 Minuten) durch, legte ein Antibiotikum in den Zahn und schickte mich nach Hause. Die schmerzen die ich danach hatte waren aus der Hölle. Drei Tage später stand ich wieder in der Praxis und bettelte um Hilfe. Es wurde eine wurzelkanal Reinigung ohne Betäubung durchgeführt (da kamen Kindheitstraumen wieder hoch) legte wieder ein Antibiotikum ein und meinte, jetzt sollte alles passen.
Die nächsten 10 Tage waren die schlimmsten in meinem Leben. Keine Schmerztablette half. Als dann endlich mein Zahnarzt wieder da war habe ich sofort einen Termin ausgemacht und konnte schon 9 Tage später meine erste ordentliche Wurzelbehandlung genießen. Mit Kofferdamm, elektronische wurzellängen Vermessung, Mikroskop. PS die Betäubung war leider nicht 100%ig und somit die Behandlung nicht angenehm. Am nächsten Tag durfe ich nicht einmal mehr mit der Zungenspitze an den Zahn kommen. Das waren Schmerzen ohne Ende. Ich bekam ein Antibiotikum und nächste Woche wurde wieder eine wurzelkanal Reinigung durchgeführt. Auch danach waren die schmerzen schlimmer als zuvor. Der Zahn war die ganze Zeit nie schmerzfrei. Bei der dritten und letzten Sitzung wurde der Zahn endgültig verschlossen.
Mein Zahnarzt ist zufrieden. Ich nicht. Der Zahn schmerzt weiterhin. Das ist jetzt drei Wochen her. Ich kann nicht drauf beißen, ich spüre ihn beim Zähneputzen, er schmerzt ohne Belastung. Seit 9 Wochen schlucke ich im Schnitt 3 seractil täglich. Ich habe meinen Zahnarzt kontaktiert und habe ihn angefleht den Zahn zu ziehen, weil ich wirklich am Ende meiner Kräfte bin. Ich kann nicht mehr. Seine Antwort war : es gibt kein Recht auf Heilung. Ich sehe keinen Grund diesen Zahn zu ziehen.
Ich solle drei Monate warten, erst dann würde er den Zahn nochmals anschauen.
Ich bin verzweifelt.
erstellt: 29.11.2025 - 20:13
Guten Tag,
bei so heftigen Schmerzen besteht meist eine eitrige Entzündung an der Wurzelspitze (enossaler Abszess). Im Unterkiefer braucht dieser Abzess oft Wochen, bis nach höllischen Schmerzen, der Abszess in die Weichgewebe durchbricht. Jetzt haben Sie den großen Vorteil, dass bereits eine fachgerechte Wurzelfüllung durchgeführt wurde. Jetzt kann das Problem sehr schnell und nachhaltig durch eine Wurzelspitzenresektion beseitigt werden. Diese sollte unbedingt unter antibiotischer Abdeckung erfolgen, evtl. kann eine Sedierung/Narkose zur Schmerzausschaltung erwogen werden. Der Eingriff erfolgt am besten bei einem MKG-Chirurgen (ich weiß nicht, ob es diese Facharztbezeichung auch in Österreich gibt) .
Grüße R. Roos
erstellt: 29.11.2025 - 21:18
Unbekannt aus ...
Vielen Dank Dr. Roos für ihre schnelle Antwort.
Dann werde ich mich an eine Zahnklinik in Ungarn wenden, denn in Österreich werden so gut wie keine Narkosen für eine Wurzelspitzenresektion angeboten.
Maximal in Wien.
Mfg


