Forum: Zahnersatz
Durch Zahnerkrankungen oder Unfällen können Zähne verloren gehen. Wir geben Hinweise und Entscheidungshilfen zur richtigen Wahl der Zahnversorgung.
Thema:
unbrauchbare Zahnprothese und fehlerhaftes Vorgehen bei Überkronung
Anzahl der Beiträge: 2
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erstellt: 26.04.2026 - 14:26
Maxi51 aus Raum Stuttgart
Zuerst einmal meinen herzlichsten Dank für die tolle ehrenamtliche Tätigkeit und Hilfe!
In meinem UK existieren nur noch 4 eigene Zähne mittig. Ein Implantat vor 7 Jahren musste wegen Unverträglichkeit des Knochenaufbaumittels und sehr schlechtem Befinden danach nach wenigen Wochen wieder entfernt werden. Bisher kam ich relativ gut mit einer Klammerprothese zurecht, aber nach einer notwendigen Zahnextraktion (als Notfall bei einem anderen Zahnarzt) im Dezember passte sie natürlich nicht mehr. Es wurde mir danach eine "gute Zahnversorgung" vorgeschlagen, worauf ich mich einließ. Wie die neue Brücke aussehen würde, wurde mir lediglich ganz kurz an einem Gipsmodell gezeigt. Von einer Klammerprothese wurde mir gänzlich abgeraten, "damit würde ich nicht glücklich". Die neue Prothese hätte Befestigungen in Zahnfarbe, die man gar nicht sehen würde. All dies wäre aber keine Kassenleistung. Auf eine Gesamtsumme von 4500€ inkl. der Überkronung (Brücke) ließ mich nur mit großer Übnewindung ein.
Wegen zahlloser Allergien ließ ich mir die verbliebenen Zähne ohne jegliche Anästhesie abschleifen, nicht gerade angenehm, aber machbar. Darauf wurde ein sog. Provisorium geklebt, so dermaßen hässlich, dass ich mich viele Wochen lang nicht in die Öffentlichkeit wagte. Danach wurde ein Abdruck vorgenommen und das Teil entfernt - wieder mit schmerzhafter Abschleiferei. Wie die endgültige Brücke beschaffen sein sollte, wurde zu keiner Zeit kommuniziert, auch nicht das Material. Da mein OK komplett mit Keramikbrücken versehen ist und im UK 2 Randzähne ebenfalls, ging ich selbstverständlich davon aus, dass diese Art beibehalten würde. Am 14.4. kam ich zum Einzementieren der neuen Brücke. Ich bekam sie nicht vorher zu sehen. Denn in diesem Fall hätte ich mich strikt geweigert, sie einpassen zu lassen. Es war aus einem Kunststoffmaterial, das eigentlich nur als Interimslösung genutzt wird und wegen der möglichen Bestandteile von zB Bisphenol A aus gutem Grund nicht dauerhaft im Mund verbleiben sollte. Die Zähne sind teilweise schief und vor allem im oberen Teil schräg nach hinten angeschliffen, was auffällt und hässlich aussieht. Mit einem entsprechenden Zahnarztspiegel sah ich zu Hause, dass die Innenseite schon jetzt eine teilweise leicht bräunliche Verfärbung aufweist. Auch der unterste Bereich der Vorderseite hat einen leicht gelben Schein. Das Sprechen macht mir wegen der Passungenauigkeit ziemliche Probleme. Ich habe einen auffallend starken Speichelfluss, und seit einem gewissen Zeitraum nach dem Tragen/ Kontakt mit den provisorischen Teilen ist meine bisherige gute Kondition einer Dauerschwäche gewichen. Im Sommer hatten wir - trotz meines Alters von bereits 75 Jahren - einen Dreitausender geplant, jetzt wird mir schon beim Spaziergang in der Ebene schlecht und ich werde kreideweiß.
Wichtig zu erwähnen ist, dass das sog. Provisorium in keiner Weise ein ähnliches Aussehen hatte wie die endgültige Brücke. Es gab also für mich keinerlei Möglichkeit eines Probetragens. Die endgültige Brücke wurde mir vor dem Einsetzen nicht einmal gezeigt! Leider hatte ich mich auf die Korrektheit des Zahnarztes verlassen, was mir nun zum Verhängnis wurde.
Als sei das nicht genug, kommt noch das Problem mit der neuen Prothese. Sie ist vollkommen unpassend und unterscheidet sich in den Abmessungen zur alten Prothese (gemessen mit einem Digitalmessgerät) an manchen Stellen bis um 2 mm! Es ist eigntlich im Prinzip auch eine Klammerprothese, mit dem Unterschied, dass die Befestigungen nicht aus Metall bestehen sondern aus demselben Kunststoff wie die Zähne. Dazu hat sie keinen sublingualen Metallbogen sondern ein komplett geschlossenes Teil, was für die Schleimhaut auf Dauer auch nicht gänzlich unproblematisch ist. Ich neige sehr stark zu Aphten. Diese Befestigungsklammern liegen außerordentlich stark auftragend auf den Zähnen auf, von der Haptik äußerst unangenehm. Beim erstmaligen Einsetzen durch den Zahnarzt bekam dieser sie nicht mehr heraus. Zwei Hände des Zahnarztes und eine der Helferin zogen und zerrten lange, um das Teil wieder aus meinem Mund zu bekommen. Danach war das Zahnfleisch bereits dunkelrot und schmerzte wie eine große Wunde. Leider erfuhr ich erst während der Behandlung den Namen des Zahntechnikers. Da war es zu spät, um die Sache abzubrechen. Dieser Techniker hatte für mich (bei einem anderen Zahnarzt) vor Jahren schon einmal eine (Klammer-)Prothese angefertigt . Nach 6-maligem vergeblichen Versuch einer Korrektur gab ich auf, und das 700€ teure Teil landete im Müll. Diesmal soll die Prothese sogar 1200€ kosten.
Später ließ ich mir bei meinem gewohnten Zahnarzt eine einfache Klammerprothese anfertigen, mit der ich immer sehr zufrieden war. Er arbeitet mit einem hervorragenden Zahntechniker zusammen, der sein Handwerk versteht.
Die Gefahr einer möglichen Krebs erregenden Wirkung bei diesen Kunststoff-Teilen ist zwar noch nicht endgültig geklärt, aber ich habe dennoch ein sehr schlechtes Gefühl dabei. Der Nachweis einer Unverträglichkeit ist heutzutage auch noch etwas schwierig und nicht eindeutig zu erstellen. Die fest eingebrachte Brücke wieder ohne Anästhesie entfernen lassen zu müssen, macht mir große Angst. Andererseits ist auch die Vorstellung, dieses Teil lebenslang im Mund zu behalten, für mich sehr belastend. Acrylat ist diffusionsoffen, d.h. Bakterien können sich darunter durchaus ansiedeln. Das ist für mich eigentlich das Schlimmste. Wenn ich dadurch irgendwann noch einen Zahn verlieren würde, wäre alles aus, und es gäbe keine Alternative mehr als eine Vollprothese (und die restlichen Zähne ziehen zu lassen) Bei meinem praktisch nicht mehr vorhandenen Zahnkamm und dadurch der Notwendigkeit, irgend welche chem. Haftcremes verwenden zu müssen, lässt mich überhaupt nicht mehr zur Ruhe kommen.
Auf meine Kritik der stark auftragenden Klammern meinte die Zahnärztin nur, das würde man bei mir doch kaum sehen. Sie persönlich fände das schön. Aber darum geht es ja nicht. Der Patient selbst, der es im Mund tragen muss, muss damit zufrieden sein und damit zurecht kommen.
Welche Vorgehensweise können Sie mir empfehlen.
Mit vielen Dank im Voraus und freundlichen Grüßen
erstellt: 26.04.2026 - 19:39
Das ist eher ein Fall für eine Begutachtung, entweder via Krankenkasse, oder via Bezirkszahnärztekammer Stuttgart.
Dr.FrankPüllen, MSc, MSc, NEU-Isenburg


