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Forum: Zahnersatz

Durch Zahnerkrankungen oder Unfällen können Zähne verloren gehen. Wir geben Hinweise und Entscheidungshilfen zur richtigen Wahl der Zahnversorgung.

Thema:
Teleskopprothese
Anzahl der Beiträge: 2

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erstellt: 14.01.2026 - 12:53

Boogie aus Dortmund NRW

Meine Teleskopprothese Oberkiefer hat 2 Bügel. (Ich hätte Fotos zur Verfügung) Einen im hinteren Bereich des Gaumens, der ziemlich gerade geformt ist und einen im vorderen Bereich, über den Gaumenfalten. Beide Bügel sind miteinander verbunden, sodass in der Mitte ein ovales Loch entstanden ist. Unter dem gesamten Metallteil befindet sich ein Hohlraum von mehreren Millimetern und hat daher keine Gaumenberührung. Meine Zunge hat jetzt nur noch Kontakt mit dem schmalen vorderen Teil des Bügels, um Laute zu formen. Es ist ihr kaum noch möglich, durch das ovale Loch den Gaumen zu erreichen, um Sprache zu bilden. Da die Zunge auch die Atemluft, die zur Lautbildung benötigt wird, nicht mehr regulieren kann, entweicht diese Luft in andere Richtungen. So kommt es beim Sprechversuch teilweise dazu, dass sich, wie von Geisterhand die Backen aufblasen. Beim ersten Mal habe ich mich furchtbar erschreckt, da ich nicht wusste, wie so etwas entstehen kann. Meine Sprache hört sich an, als wäre ich voll betrunken, oder geistesgestört. Ich möchte niemanden diskriminieren, aber es fällt mir kein besserer Vergleich ein. Das Sprechen fällt überhaupt schwer, weil die Atemluft irgendwohin verpufft und ich vermehrt Luft holen muss. 
Auf meine Nachfrage, die Bügel dichter am Gaumen anzulegen, antwortete die Zahnärztin, dass es nicht ginge, da sie sonst in die Schleimhaut einschneiden. Ich müsse mich daran gewöhnen. 
Diese Prothese erzeugt eine massive Sprachbehinderung, die erst bei der Endeinpassung festgestellt wurde. Genau am letzten Tag, 19.12.2025 vor den Weihnachtsferien der Praxis, die vom 22.12.2025 bis 05.01.2026 geschlossen war. Die äußeren meiner noch vorhandenen 6 Frontzähne hatten ein Provisorium (Pfeiler), und die mittleren 4 Frontzähne waren schon fest mit Jacketkronen zementiert. Infolgedessen setzte die Zahnärztin mich unter Druck, die Prothese über die Weihnachten einzusetzen, damit die Zähne nicht auseinanderdriften. Der Druck der Zahnärztin ging so weit, dass ich zu weinen begann.  Ich hätte mich mit Familie und Freunden kaum verständigen können. Und auch das Essen wäre erschwert gewesen. Am Ende konnten wir uns darauf einigen, dass ich die provisorische Prothese, die ich zuvor über 3 Monate getragen habe, um den Kiefer auszugleichen, der durch das Fehlen der Backenzähne abgesackt war und auch zum Ausgleich meines Kreuzbisses, weiter benutzte, um die Kronen zu stützen. Die provisorische Prothese sieht fast genau so aus, wie die Teleskopprothese nur mit Gaumenvollplatte. Die passt nicht richtig, weil sie beim Kauen hin und her kippelt. Zu Beginn hatte ich damit auch eine sehr verwaschene Aussprache, aber meine Zunge hat sich mittlerweile daran gewöhnt und ich kann wenigstens damit sprechen. 
Die zementierten Frontzähne sind doppelt so groß wie die Zähne meines Unterkiefers. Die Zahnärztin erklärte mir, es wäre ein rein ästhetisches Problem, sie könnten noch gekürzt werden. Das stellte sich aber als falsch heraus. Die Kronen sind so lang, dass ich die Lippen nicht richtig schließen kann. Sie ragen etwas unter der Oberlippe hervor und liegen auf der Unterlippe auf.  Dadurch kam es zu einer permanenten Verspannung der Mundmuskulatur und allmählich machen sich Kopfschmerzen bemerkbar. Auch ein Spannungsdruck in den Kronen ist spürbar. Außerdem kommt es mir vor, als ob die Kronen vorstehen, ähnlich wie bei einem Überbiss. Abbeißen kann ich damit nicht. Bei geschlossenem Kiefer ragen die Kronen fast komplett über die Unterkieferzähne, dass sie kaum noch zu sehen sind. Ziehe ich den Unterkiefer bis zum Anschlag nach vorn, dann entspannt sich sofort die Lippenmuskulatur und es entsteht so was wie ein Aufbiss, mit dem man abbeißen könnte. Nur kann ich meinen Unterkiefer nicht die ganze Zeit vorrecken. Am oberen Rand einer Krone hat sich jetzt eine Zahnfleischentzündung gebildet. Die Zahnärztin ist nach den Ferien schon die 2. Woche krank. Und ich konnte sie nicht kontaktieren. Das ist nun viel Text, aber es kommt auch eine Menge zusammen. Eine Diagnose übers Internet ist nicht möglich. Aber ich würde mich freuen, wenn ich eine ungefähre Einschätzung meiner Situation bekommen kann. Oder ob es Sinn macht, einen 2. Meinung oder den Gutachter der Krankenkasse einzuschalten. Vielen Dank im Voraus.

 




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