Patientenforum

Forum: Implantologie

Bei Zahnverlust können Ihnen Zahnimplantate mehr Lebensqualität zurückgeben. Wir möchten Ihnen weiterhelfen, wenn Sie Fragen zu Zahnimplantaten haben.

Thema:
Schraubenkanal im Zahn 22 außen
Anzahl der Beiträge: 20

EineAntwortgeben Eine Fragestellen AlleForenanzeigen


erstellt: 19.06.2019 - 17:02

Martha aus Zittau

Hallo, ich habe mich lange darauf gefreut und heute bekam ich endlich meine Krone auf das Implantat. Als ich zu Hause das Ergebnis in Ruhe begutachtet habe, war ich total enttäuscht und bin jetzt sehr verzweifelt.

Der Schraubenkanal wurde so platziert, dass er außen, also im sichtbaren Bereich, ist. Der Zahn sieht dadurch aus, als ob ein Stück rausgebrochen wäre und er repariert wurde. Es befindet sich genau am Zahnkronenende und ist ästehtisch überhaupt nicht schön. Farblich sieht man den Unterschied. Gehört den der Schraubenkanal nicht eher in den Innenbereich des Zahnes? Also in den nicht sichtbaren Bereich? Was kann ich tun? Es kostet ja auch richtig Geld und mir wurde ein optisch perfektes Ergebnis versprochen.

Auch habe ich jetzt Schmerzen und Druck in den Nachbarzähnen. Ist da normal?


Der Druck auf die Nachbarzähne kommt, weil die Kontaktpunkte zu diesen Zähnen noch "zu stramm" sind; da sollte man etwas wegpolieren. Der sichtbare Schraubenzugang ist natürlich unglücklich; er sollte auf der Zungenseite liegen. Abhilfe verschafft nur eine Konstruktionsänderung der Krone: anstatt Verschraubung muß eine zementierte Lösung gefertigt werden. Dies erfordert idR ein neues Abutment und eine neue Krone

Dr. Frank Püllen, MSc, MSc, Neu-Isenburg


erstellt: 20.06.2019 - 07:46

Martha aus Zittau

Vielen Dank für die Antwort. Ich werde meinen Zahnarzt noch mal aufsuchen.

Woran liegt es, dass der Schraubenkanal so unglücklich liegt. Er hat mit mir vorher nicht darüber gesprochen und ich bin auch davon ausgegangen, dass die Implantatkrone optisch einem natürlichen Zahn sehr ähnlich sieht. Nun sieht man dem Zahn sofort an, dass er einen Defekt hat durch die andersfarbige Stelle im Sichtbereich. Diese Implantatkrone hat ja auch seinen Preis und für soviel Geld habe ich auch ein ästhetisches Ergebnis erwartet. 


erstellt: 20.06.2019 - 18:40

Martha aus Zittau

Mein Zahnarzt hat eingeräumt, dass der Farbton des Zementes tatsächlich nicht der Farbe der Krone entspricht und würde das nachbessern. Er hat angeboten, die Implantatkrone zu verblenden (wahrscheinlich auf meine Kosten). Weiterhin sagte er, dass es in den Frontzähnen durch die gerade Form sehr selten möglich ist, den Schraubenkanal innen im nichtsichtbaren Bereich zu plazieren. (???) Und außerdem meinte er, dass es ja kein eigener Zahn ist und das bei einer Impalntatkrone Abstriche bei der Ästhetik gemacht werden müssen, da nicht immer alles möglich ist. Ich habe mich aber genau deswegen, nicht nur aus funktionellen Gründen sondern gerade aus ästhetischen Gründen, für ein Implantat entschieden. Den Kosten habe ich nie eine Grenze gesetzt, also nicht um kostengünstige Behandlung gebeten. Für das Geld habe ich wirklich auch ästhetische Erwartungen gehabt.

Achso, und wegen dem Druckgefühl und der Spannung in den benachbarten, vorderen Schneidezähnen meinte er: das kann nicht sein. Nicht von dem Implantat. Von was bitte dann, wenn ich das seit dem Einsetzen der Implantatkrone habe? Es muss immer alles schnell gehen und wenn er sich Zeit nimmt mir meine Fragen zu beantworten, dann "fordere" und "stresse" ihn das. Ich bin unheimlich enttäuscht. Die Berwertungen von anderen Patienten sind top, keine negativen Erfahrungen. Wie kann das sein? 

Ich würde einem interessierten Zahnarzt auch gern mal ein Foto zur Verfügung stellen, damit Sie sehen was ich meine.


Wie gesagt, muß vermutlich der Kontakpunkt zu den Nachbarzähnen etwas abpoliert werden; das ist keine große Sache, bedingt jedoch die Entfernung der Implantatkrone. Die Plazierung des Schraubenkanals auf der sichtbaren Fläche des Zahnes ist nicht akzeptabel, darüber muß eigentlich nicht diskutiert werden. Wenn dies unvermeidbar ist, muß -wie beschrieben- die Konstruktion geändert werden, dh die Arbeit muß auch neu hergestellt werden. Kosten dürfen Ihnen hierfür keine entstehen. 

Dr. Frank Püllen, MSc, MSc, Neu-Isenburg


Es ist schon erstaunlich mit welch abartigen "Behandlungserfolgen" wir in diesem Forum konfrontiert werden. Eine Krone auf einem Implantat verlangt das ästhetische Ergebnis eines überkronten natürlichen Zahns. Der "Implanteur" hat das Implantat schräg in Richtung Wange gesetzt und die Krone verschraubt. Die Schraube muss nun die Schrägung des Implantats nachvollziehen. Wie kann man so etwas herstellen und dann noch der Patientin zumuten?!  Es muss jetzt ein Abutment hergestellt werden, das die Schrägung des Implantatas ausgleicht, und ebenso muss die Krone erneuert werden. Natürlich ohne Kosten für sie!!!!!!!

Viel Erfolg wünscht Rainer Littinski aus Magdeburg


erstellt: 21.06.2019 - 18:00

Martha aus Zittau

Vielen Dank für Ihre Beiträge. Das bestätigt mich. Ich muss am Montag nochmal zu dem ZA. Aber ich glaube nicht, dass er sich darauf einläßt. Er ist sehr überzeugt von seiner "perfekten Arbeit" und kann natürlich fachlich ganz anders argumentieren als ich. Für mich ist es das erste Implantat und er macht das, lt. eigener Aussage, sehr oft. Er ist Kieferchirurg und hat nur Bewertungen mit 1,0 auf jameda. Ich bin in guten Händen, dachte ich. Am Anfang hatte er sich auch die Zeit genommen und mir den Ablauf der Implantierung erklärt. Aber beim letzten Besuch hatte ich wirklich das Gefühl, dass meine fragen lästig sind.




erstellt: 27.06.2019 - 12:26

Martha aus Zittau

Hallo, er hat jetzt selbst erkannt, dass das Ergebnis optisch nicht perfekt ist. Nun hat er den zement gewechselt, was natürlich überhaupt keine ästhetische Verbesserung darstellt und er meint, das er beim nächsten Mal den Zement gegen Keramik tauschen will. er räumt aber auch gleich ein, dass auch denn ein rand sichtbar sein wird. Wenn ich dann immer noch nicht zufrieden bin, will er die Krone verblenden.

Sagen Sie bitte, sind das Nachbesserungen im Rahmen der Gewährleistung? Ich möchte keine Verblendung. Und wenn Keramik auf dem Schraubenkanal ist, kommt man denn dann noch an die Schraube ran? er hat Die Verschraubung ja damit begründet, dass die Krone dadurch besser zu entfernen ist falls irgendwas sein sollte.

Ich muss dazu sagen, dass ich vor jedem ZA-Besuch sehr aufgeregt bin und froh, wenn ich wieder gehen kann. Im Sprechzimmer fällt es mir dadurch sehr schwer zu argumentieren, dass Gesagte wird mir dann erst immer erst zu Hause bewußt. 


Das ist etwas mühsam. Schreiben Sie sich auf, was Sie sagen wollen. Aber es ist eigentlich achon alles gesagt. Die Krone kann nicht verbessert werden, sondern die GESAMTE KONSTRUKTION muß geändert werden: wenn verschrauben keine brauchbare Optik liefert, müßte auf eine zementierbare Variante umgesattelt werden: evtl. neues Aufbauteil und neue Krone. No way out! Zusatzkosten: entfallen.

Dr. Frank Püllen, MSc, MSc, Neu-Isenburg



erstellt: 28.06.2019 - 10:15

Martha aus Zittau

Ich habe mit der Patientenberatung der Landeszahnärztekammer telefoniert und Montag habe ich einen Termin bei einer ZA für eine Zweitmeinung. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie sich den Meinungen hier im Forum anschließen wird. 



erstellt: 17.07.2019 - 15:07

Martha aus Zittau

Hallo nochmal, ich möchte mal den aktuellen Stand mitteilen.

Leider bin ich mit dem ZA keinen Schritt weiter. Die Zweitmeinung war eindeutig: keine Ästhetik.

Nachdem ich noch mal bei dem ZA war, hatte ich eine lange Diskussion mit ihm. Seine Lösung war wieder eine Verblendung. Das habe ich erst mal abgelehnt.

Auf meine Fragen und Bedenken holt er immer sehr weit aus und erklärt genervt alles noch mal, was er gemacht hat. Er ist der Meinung, dass ich nicht zuhöre. Ich bin der Meinung, er gibt mir keine Antwort auf meine Fragen und Bedenken. Ich war dann soweit, dass ich ihm sagte, dass ich gehen möchte. Mir war unheimlich. Er sieht seine Arbeit als "absolut perfekt" und ich solle ihm sagen, was ich erwarte.

Eine Zweitmeinung kann nur eine CEREC-Anwender geben, da andere ZÄ nicht die Erfahrung und Kompetenz hätten um ein Ergebnis mit CEREC zu beurteilen. Anatomisch wäre es bei mir nicht anders machbar. Eine herkömmliche Krone mit Abdruck würde das Implantat zu sehr belasten.

Nun kam hinzu, dass ich nach dem Einsetzen der Krone 1 Woche starke Schmerzen hatte, bis er dann doch etwas weggeschliffen hat und der Schmerz sofort nachließ. Einige Tage später hatte ich das Gefühl, dass die Oberlippe geschwollen ist und ich ein kribbeln verspüre. Sagte ich ihm auch und er reagierte verärgert und meinte, dass ich ihm nicht für alles die Schuld geben kann. Dabei waren es doch Symptome die ich ihm mitteilte. Es sei Wetterfühligkeit und alte Narben.

Die Vertretungszahnärztin (wg Urlaub) hat das doch ernst genommen und geröntgt: Neben dem Implantat ist eine Brücke und der eine tragende Zahn hat eine Wurzelfraktur. Ob ein direkter Zusammenhang besteht kann ich nicht beurteilen, aber es ist seit dem Einsetzen der Krone. Auch mein Frontzahn macht mir Sorgen.

Das ganze ist eine unheimlich psychische Belastung. Im letzten Jahr habe ich einiges durchgemacht mit den Zähnen und jetzt, als ich dachte: geschaftt - fängt alles wieder von vorne an.


Ob ein Implantat mit einer Cereckrone oder einer "anderen" Kronenkonstruktion versorgt wird, spielt -beim besten Wille- keine Rolle; entscheidend ist das Ergebnis. Wenn -wie in Ihrem Fall- mit Cerec kein ästhetisch befriedigendes Resultat möglich ist, muß eine andere Konstruktion her. Ob der Nachbarzahn eine (Längs?)fraktur hat, würde man an einer sehr tiefen, lokalen Zahnfleischtasche sehen; ferner kann das aktuelle Röntgenbild vergleichen mit einem Röntgenbild, welches vor der definitiven prothetischen Versorgung gefertigt wurde. Ansonsten ist die Entwicklung nicht so erbaulich; der Weg via Gutachten und Rechtsweg bleibt Ihnen vermutlich nicht erspart.

Dr. Frank Püllen, MSc, MSc, Neu-Isenburg


erstellt: 18.07.2019 - 13:41

Martha aus Zittau

Hallo Herr Dr. Püllen, ein Röntgenbild wurde vor der definitiven prothetischen Versorgung nicht angefertigt. Erst nach dem Einsetzen der Krone. Mein Gedanke war auch, ob eine Kontrolle des Implants nicht vorher notwendig gewesen wäre. Aber ich vertraute, weil ich dachte mit Vertrauenin in den behandlenden ZA kann ich auch meine Angst und innerliche Unruhe überwinden.

Er ist Mitglied bei DGI, DZOI, DGCZ usw. Sind das nur Aushängeschilder und Urkunden an der Wand ohne Aussage?

Danke Fr. Dr. Mittag für Ihren Hinweis. Ich fange an eine Art "Tagebuch" über den Verlauf der Behandlung zu schreiben.

Wie und wo finde ich einen Gutachter?

 


Guten Tag,

jede Landeszahnärztekammer hält eine Reihe von Gutachtern vor, wenn Sie privat versichert sind, sonst ist es Ihre gesetzliche Krankenkasse.

(Die Mitgliedschaft in einer dieser Gesellschaften ist so wertvoll wie eine Mitgliedschaft im Tennisclub. Nur wer aktiv ist, hat auch Erfolg.Urkunden über besuchte Hands-on Fortbildungen sind am aussagekräftigsten)

Grüße

R. Roos


Das Foto nach dem einsetzen der Krone und das davor (nach der Implantation) sind gute Vergleichsbilder bzgl. des Nachbarzahnes. Sollte dieser tatsächlich eine Wurzel(längs)fraktur aufweisen, wäre das sehr ungünstig für den Zahn. Aber das Hauptproblem ist die unbefriedigende Ästhetik des Implantatzahnes. Patienten möchten keine "Implantate" oder "Cereckronen", sondern Zähne. Schade, daß Ihr Zahnarzt da wohl sehr emotional reagiert, was nicht zielführend ist. Stattdessen wäre zwischenzeitlich längst eine andere prothetische Versorgung fertig gewesen.

Dr. Frank Püllen, MSc, MSc, Neu-Isenburg



Login nur für Mitglieder