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Forum: Implantologie

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Thema:
OP bei Kieferknochenentzündung
Anzahl der Beiträge: 4

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erstellt: 30.09.2021 - 07:07

JawDropper_1 aus Bayern

Ich möchte gleich vorweg sagen das ich KEIN großer Fan der Alternativmedizin bin.
Auch ob es das Krankheitsbild FDOK/NICO wirklich gibt soll hier nicht zur Debatte stehen.

Aufjedenfall bin ich auf folgendes Video gestoßen:
https://www.youtube.com/watch?v=9_H5zti5o8Y
Falls kein Youtube Account (Altersabfrage) hier ein Download Link:
https://filehorst.de/d/eEihkoco

Bei dem Video handelt es sich um einen OP Livemitschnitt der "Sanierung" eines entzündeten Kieferknochens.
Man kann sehen wie der Operateur den Knochendeckel abnimmt und das kranke Gewebe entfernt, anschließend wird die Wunde
mit Ozon (scheinbar ähnlich Antibiotika) desinfiziert.

Nehmen wir an ein Patient hat tatsächlich (z.b. mit Röntgen nachgewiesen) eine behandlungsbedürftige Entzündung/Knochendefekt
so denke ich ist gegen dieses vorgehen bis dahin nichts einzuwenden. (Zumindest abgesehen davon das Antibiotika vllt. besser als Ozon wäre)

ABER:

Anschließend wird in das ausgehöhlte und desinfizierte Knochenareal einfach nur eine PGRF Membran bzw. alternativ auch
garnichts (!) eingelegt und "Speicheldicht" zugenäht?

Das kann doch so nicht funktionieren oder?

Ich hätte erwartet das man einen derartigen "ausgehöhlten" Knochen (Loch) mit Knochenaufbaumaterial wie Bio OSS auffüllen und dann dicht
mit einer Kollagenmembran verschließen müsste um eine saubere Heilung garantieren zu können.

Oder liege ich da falsch?

Diverse negative Bewertungen scheinen jedenfalls meine Skepsis bezüglich dieser Operationsmethode zu bestätigen.
https://www.sanego.de/Zahnarzt/Bayern/1933-Muenchen/Psychotherapie+%28HP%29/11916-Johann-Lechner/
https://www.jameda.de/muenchen/zahnaerzte/zahnaerzte-fuer-naturheilwesen/dr-dr-phd-ucn-johann-lechner/uebersicht/80323926_1/

z.b.
"Um Himmels Willen, Lechner bekommt keine Empfehlung! Er hat meinen Kiefer verstümmelt, die Zähne herausgerissen. Ich fühl mich nur abgezockt.
Es ist alles noch viel schlimmer als zuvor. Sinnlose therapie. Nie wieder betrete ich diese Praxis. Ich kann nur warnen."

Aber was ist letztendlich die richtige Vorgehensweise bei derartigen Problemen?
Wie würdet ihr soetwas behandeln? In etwa so wie von mir oben beschrieben?


Guten Tag,

noch immer ist unklar, wie diese Röntgendiagnosen zustande kommen. Seit Prof. Daunderer in den Achzigern tausende von Kieferverstümmelungen für teures Geld vorgenommen hatte, gehen heute noch Scharlatane seiner Provenienz auf Jagd nach verunsicherten, meist psychisch stark alterierten Patienten als so genannnte "letzte Chance". Bis heute fehlt jeder, aber auch wirklich jeder dokumentierte  Nachweis der Wirksamkeit. Ich wäre wahrscheinlich wesentlich gelassener bei diesem Thema, wenn ich nicht zwei Fälle im eigenen Klientel erlebt hätte, die nach diesen Prozeduren zwar Zähne, Knochen und Geld verloren hatten, jedoch keine Besserung ihrer Symptome eingetreten war.

Defektfüllungen mit PRGF sind tatsächlich eine sehr gute Heiloption (wissenschaftlich exzellent dokumentiert), bei großen Defekten sollte allerdings stabiles körpereigenes Knochenmaterial untergemischt werden. BioOss und Kollagenmembranen sind Fremdkörper tierischer Herkunft und verursachen möglicherweise neue Probleme.

Grüße

R. Roos 


erstellt: 13.10.2021 - 19:52

JawDropper_1 aus Bayern

Ich bin da auch sehr skeptisch.
Mehr gehts aber eigentlich garnicht so sehr um dieses "NICO" Thema.

Was mich interessiert ist ob es bei einem Knochendefekt dieser Größenordnung (das Loch nach Auslöffeln wie im Video gezeigt)
ausreicht eine PRGF Membran einzulegen und zuzunähen oder ob man dann eben mit Ersatzmaterialien arbeiten muss wie z.b. BIO OSS + Kollagenmembran
oder auch körpereigener Knochen.

Ich bin nämlich nicht nur sehr skeptisch was NICO angeht sondern auch das ein derartig großes Loch im Knochen ohne Aufbaumaterial ordentlich
zuheilen soll.


Hallo, das Nicothema kann hier nicht diskutiert werden. Nichtsdestotrotz bleibt es umstritten. Eine Entzündung liegt jedoch nicht vor, wegen der völligen Abwesenheit von Entzündungserregern in diesen Hohlräumen. Sie wollten, wie Sie schreiben, nur wissen, ob das chirurgische Proedere in Ordnung wäre. Jas, ist es. Der Knochendeckel dichtet den knöchernen Hohlraum ab. Die Information des dann erfolgenden Knochenwachstums liegt im Knochen selbst. Die Fibrinmembran dient der besseren Wundheiluung.

Dr. Rainer Littinski, Magdeburg



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