Forum: Implantologie
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Thema:
Gibt es Alternativen zu Titan und zur örtlichen Betäubung bei der Implantation eines Implantats?
Anzahl der Beiträge: 5
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erstellt: 11.08.2011 - 14:33
Karl B. aus ...
ich wollte einmal fragen ob es mittlerweile Alternativmaterialien zu Titan bei Zahnimplantaten gibt.
Die zweite Frage die ich hätte, bei mir wirken örtliche Betäubungen kaum / gar nicht aus diesem Grund habe ich mittlerweile auch entsprechend Angst vor zahnärztlichen Behandlungen da bei mir auch schon Wurzelbehandlungen letztendlich ohne Betäubung durchgeführt werden musste, da nach über 20x einspritzen auch in die Zahntaschen kein Effekt zu erreichen war. Auch beim Beschleifen von Zähnen gab es einige Stellen bei denen keine örtliche Betäubung zu erreichen war. Auch nicht mit den (mir bekannten) stärksten möglichen Medikamenten (Ultracain forte). Akute Entzündungen die das Mileau entsprechend verändern lagen zu den Behandlungszeitpunken keine mehr vor, aus diesem Grund war auch mein Zahnarzt ratlos. Ich spüre die örtliche Betäubung überall (vor allem außen an der Backe), aber nicht an dem zu behandelnden Zahn bzw. direkt im Mund. Zudem wirkt selbst Ultracain forte bei mir nur max. 1 Std. Hauptwirkungszeit nach Wirkungseintritt (dauert ca. 10min.) ca. 25-30min. Daher wollte ich Fragen ob es zur örtlichen Betäubung noch Alternativen gibt und wenn ja wie der entsprechende Ablauf wäre. Da ich medizinische Vorkenntnisse besitze würden mich auch die verwendeten Medikamente interessieren.
erstellt: 11.08.2011 - 20:56
ad1): das alternative Material ist Zirkonoxid; damit bewegen Sie sich jedoch auf dem Gebiet der experimentellen Zahnheilkunde.
ad2): man müßte andere Lokalanästhetika testen, oder die Behandlung unter Vollnarkose (???) durchführen.
Dr. Frank Püllen, MSc, MSc, Neu-Isenburg
erstellt: 12.08.2011 - 03:40
unbekannter Autor aus ...
ich danke Ihnen sehr für die Informationen. Sie schreiben bei Zirkonoxid - "experimentell" gibt es schon Studien bzgl. der Haltbarkeit?
Zirkonoxid an sich ist mir nicht neu, jedoch kann bisher niemand wirklich dazu klarere Aussagen geben.
erstellt: 12.08.2011 - 21:20
zu Zirkonimplantaten gibt es Fallberichte. Wie lange die Dinger halten, wie oft es zu Brüchen kommt, wie sich zweiteilige Systeme mechanisch aud Dauer verhalten, dies ist unbekannt; deswegen spreche ich von "experimenteller Zahheilkunde". Ich kann mir vorstellen, daß dies den wenigsten Patienten klar kommuniziert wird.
Dr. Frank Püllen, MSc, MSc, Neu-Isenburg
erstellt: 15.08.2011 - 13:07
Implantate aus Zirkonoxid sind durchaus erfolgversprechend. Das Verlustrisiko ist aber insbesondere in der Einheilphase größer als bei Titan, insbesondere bei einteiligen Zirkonimplantaten. Die Implantate reagieren sehr viel empfindlicher auf kleinste Belastungen als Titanimplantate, weshalb Belastungen während der Einheilzeit unbedingt vermieden werden müssen. Das gilt v.a. für den Backenzahnbereich. Es gibt vielversprechende neue Ansätze mit zweigeteilten Zirkonimplantaten, die während der Einheilzeit nicht belastet werden können. Außerdem ist das gesamte Prozedere viel empfindlicher gegenüber Fehlern, weshalb der Behandler unbedingt Erfahrung damit haben sollte. Sind die Implantate erstmal eingeheilt, sind sie extrem gut verträglich. Es bleibt allerdings ein höheres Bruchrisiko, insbesondere bei fehlerhafter Materialbehandlung, Überlastung und ungeeigneter Gestaltung des Zahnersatzes auf den Implantaten. Langzeitstudien gibt es aber keine!
Wenn die Anästhesie an den Zähnen nicht so gut wirkt, muss das nicht bedeuten, dass es beim Knochen genauso ist. Was auch helfen könnte, wenn Sie vorher 800mg Ibuprofen einnehmen. Dann wirkt die Anästhesie auf jeden Fall besser.
Mit besten Grüßen
Andreas Nischwitz