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Forum: Implantologie

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Thema:
Antibiotika (Amoxicillin) oder nicht?
Anzahl der Beiträge: 7

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erstellt: 11.07.2025 - 18:00

Frank aus Leipzig

Mein Kieferchirurg empfahl 1x Amoxicillin 2h vor dem Setzen des ZirkonoxidImplantats. Dazu gibt es eine Studie, die Vorteile verspricht:  https://www.implantate.com/implantation-zahnimplantation/antibiotikaprophylaxe.html/

So wie ich in den Beiträgen hier lesen konnte, ist die Gabe von Antibiotika aber umstritten, insbesondere die nach dem Setzen des Implantats. Mein Implantat wurde nun gestern gesetzt im Unterkiefer.(2 Bohrungen Nr. 5 und 7)  Da ich (56j) eigentlich ein gutes Immunsystem besitze (setze auf Naturheilkunde, auch der D3-Spiegel war ausreichend) und zwei Bekannte (80 und 84 Jahre) kürzlich mehrere Implantate ohne Gabe von Antibiotika problemlos eingesetzt bekamen, verzichtete ich auch auf Antibiotika. Knochenersatzmaterial mußte nicht verwendet werden, nur die Choukroun PRF Eigenbluttherapie wurde angewendet.

Statt Antibiotika verwendete ich vor Wobenzym Immun, welches das Immunsystem stärkt und Entzündungen bekämpft. Schmerzmittel wollte ich wie schon nach dem Ziehen des Zahnes weitgehend vermeiden. Nachdem gestern die Betäubung der OP nach einigen Stunden abklang und doch einige Schmerzen einsetzten und ich mich ähnlich wie beim Beginn eines leichten grippalen Infektes fühlte, nahm ich Wobenzym und später eine Ibuprofen 400. Danach klangen die Empfindungen ab und ich konnte entspannt schlafen.

Nun ist über Nacht der Unterkiefer doch ganz schön angeschwollen, ähnlich bei einem vereiterten Zahn. Heute hatte ich keine Schmerzen mehr, nur begannen gegen Mittag wieder leichte grippeähnliche Symptome, Ich nahm nur Wobenzym Immun und kühlte mit einem Kühlbeutel und die Symptome gingen wieder für etwa 4h zurück.

Nun bin ich mir nicht sicher, ob die Symptome nur durch die Entzündung durch Bohren und Fremdkörper (also normal) kommen oder ob hier eine Infektion vorliegen könnte? Ich denke, man solte erst mal die drei Tage abwarten, ob die Schwellung dann zurückgeht. Oder wäre zusätzlich Schmerzmittel sinnvoll um auch die Entzündung zu bekämpfen? So wie ich hier las, ist die Gabe von Antibiotika nachträglich naicht sinnvoll, doch mein Kieferchirurg meinte, wenn die Schwellung bis Montag nicht weg wäre, müsste ich welches nehmen. Möglicherweise geht dadurch die Schwellung schneller weg, bei anderen Verletzungen (Tierbiss z.B.) wird das doch auch nachträglich angewendet? 

Für mein Verständnis ist die Entzündung in den ersten Tagen nicht relevant für die Haltbarkeit des Implantates, nur eine langfristige Entzündung schädigt den Knochen? Und könnte es sein, dass der Körper bei jüngeren Menschen stärker reagiert als bei alten Menschen?

 

 

 

 

 

 


Guten Tag,

Schwellungen nach einer Operation für einige Tage sind völlig normal und sollten nur den Hypochonder zur Besorgnis nötigen. Der Einsatz von AB ist in der Regel unnötig, eine Single- Shot Verabreichung schadet aber auch nicht. Gravierende Schmerzen sind ein sicheres Symptom für eine Heilungsstörung, die aber auch durch AB nicht bekämpft werden kann, sondern nur durch  die Entfernung des Implantats. 

Grüße

R. Roos


erstellt: 11.08.2025 - 15:25

Frank aus Leipzig

Vielen Dank für die schnelle Antwort. Inzwischen ist die Schwellung weg und es tut auch absolut nichts weh. Aber bei der Kontolle nach 3 Wochen wurde ein kleines, rundes Bläschen am Zahnfleisch entdeckt zwischen Implantat und dem nächsten Zahn. Vermutlich Eiter wie bei einem abgestorbenen Zahn? (hatte ich schon mal, verschwand nach der Wurzelbehandlung). Der Kiefernchirurg stach es auf und betupfte es mit Jod. Es wurde eine Woche Mundspülung mit Octident antiseptic verordnet. Doch es bildete sich wieder neu, morgen ist nun Kontrolle.

Komischerweise genau an der Stelle, wo ein Faden war und es etwa 4 Tage nach der Implatation kurz beim Heben einer Kiste kribbelte. Da hatte ich nicht dran gedacht, das war hoffentlich nicht die Ursache. Jetzt sind ja alle Fäden raus. Was nun? Der Kiefernchirurg meinte, wenn es nicht weg ist, doch Antiobiotika (Amoxcillin oder . Gibt es noch eine andere Lösung? z.-B. Schafgarbe, damit hat mein Vater immer seine Schleimbeutelentzündung geheilt. Es zog die Giftstoffe einfach durch die Haut und die Entzündung war weg. Sonst merke ich absolut nichts von der Entzündung, es ist nichts mehr geschwollen und auch wenn beim Zubeißen versehentlich zwischen Implantat und Zähne kommt, tut nichts mehr weh.


erstellt: 11.08.2025 - 15:30

Unbekannt aus ...

Amoxcillin oder Ersatzprodukt mit gleichem Wirkstoff, da nicht lieferbar.(kann leider nicht editieren). Das Octident antiseptic war leider erst am nächsten Tag verfügbar, wir kommt das an die wunde, wenn das Bläschen evtl. schon wieder verheilt war? Natron hat ja auch antibakterielle und antientzündliche Eigenschaften und wird gern zur Zahnpflege eingesetzt. Jetzt las ich aber, es würde u.U. die Heilung von Inplantaten verzögern?


erstellt: 11.08.2025 - 16:57

Frank aus Leipzig

wäre es evtl. durch die räumliche Nähe (Nr. 4 unten Krone und Nr.5 Implantat) möglich, dass durch Implantation und/oder den starken Aufbissschmerz der Nerv vom überkronten Zahn Nr. 4 abgestorben ist oder kann man das ausschließen? Dem Aufbiss folgten nämlich 2 Tage starke Zahnschmerzen, die sich zum Glück etwa 1h nach dem Kauen wieder beruhigten und nur tagsüber auftraten. Es könnte durch das einseitge Kauen auch eine craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) gewesen sein, die ich früher einmal dort hatte. Bin jedenfalls ziemlich ratlos, wie es zu der Infektion kam. Ich nehme seit 30 Jahren keine Medikamente, esse auch ungewaschen was mal runtergefallen ist oder im Wald Kräuter und Beeren (nur die ersten vier Tage nach der Implantation nicht, bis beim Zähnputzen nichts mehr blutete), und alle Verletzungen heilten bisher problemlos aus.


erstellt: 14.08.2025 - 10:12

Frank aus Leipzig

Der Kiefernchirurg sagte, wenn die Fistel bis zum Wochenende nicht weg ist, solle ich Antibiotika (Augmentan oder Ersatzprodukt, Wirkstoff Amoxicillin 5 Tage je 2 Tabl.)  nehmen. Wird sich nun wohl nicht mehr vermeiden lassen. Gestern ist die Fistel beim Zähneputzen aufgeplatzt. Habe gleich 15 Min. mit Natron gespült, da man die antiseptische Lösung nicht bei Fisteln oder offenen Wunden/Zahnfleischtaschen nehmen soll. Nun ist sie deshalb zwar erst mal weg, aber das scheint keine endgültige Lösung zu sein. Vermutlich ist sie in 4-5 Tagen wieder da. Längere Spülungen mit Kamille-, Salbei- und Schafgarbetee, die ich schon seit einigen Tagen mache, kann ich ja zusätzlich vornehmen? Bei einer Schleimbeutelentzündung meiens Vaters waren diese ausreichend, bei der Infektion am Implantat scheint es aber nicht auszureichen. Gibt es noch weitere Hinweise?

Nun lese ich, dass diese Infektionen trotz Antibiotika gelegentlich auftreten. Dann hilft vermutlich die nochmalige nachträgliche Gabe von Antibiotika nicht mehr? Die Frage betrifft mich jetzt zwar nicht, interessiert mich aber trotzdem.

 

 

 


erstellt: 26.08.2025 - 18:24

Frank aus Leipzig

Schade, dass hier keine Erfahrungen dazu vorliegen. Die antispetische Lösung, die lt. diverser Beiträge u.U. irreparable Gewebeschäden hervorrufen kann, war völlig wirkungslos. Genau wie Natron, Kamille, Schafgarbe und Salbeitee. Eine stundenlange Mundspülung mit Kamille führte nur dazu, dass viele Plomben schmerzten, warum auch immer. Offenbar dringt Kamille dort ein. Das verschwand zum Glück aber nach 2 Tagen wieder vollständig. Geholfen hat letztlich die nachträgliche Gabe von Antiobiotika Amoxcillin. Nach drei Tagen war der Druck von dem Eiterbläschen weg, es schmerzt beim draufdrückenv nicht mehr und es war, als würde der gesamte Körper aufatmen. Zur Sicherheit wurde die Gabe 2x täglich insgesamt 10 Tage beibehalten. Hoffen wir, dass es damit dauerhaft erledigt ist.

 

 



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