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Forum: Kieferorthopädie

Unsere Zähne sind wichtig für das Kauen, Schlucken und Sprechen. Daher sollten Fehlstellungen von Zähnen korrigiert werden. Wir beraten Sie gerne.

Thema:
Zahnlücke mithilfe von einer Zahnspange schließen
Anzahl der Beiträge: 10

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erstellt: 20.08.2010 - 05:47

Steven aus

Guten Tag

Zu meiner Person ich bin bereits 18 Jahre alt, und laut meines Kieferorthopäden habe ich einen Engstand und um diesen zu korrigieren muss ich mir (Bereits getan) 3 Zähne (2 OK 1 UK) ziehen lassen, und danach mithilfe der Zahnspange die Lücken zu schließen und alles sei gut.

Nun wurden bei mir neulich die 4er und ein 5er gezogen. Dies musste außerdem geschehen, da mir im UK bereits ein 6er gefehlt hat (Wurzelbehandlung schlug fehl) und daraufhin hatte ich bereits eine Lücke.

Nun meine Fragen, zugegeben hätte ich dies schon früher Fragen sollen, aber ich hoffe ich werde jetzt nicht negativ überrascht.

1. Wie lange dauert so ein Lückenschluss? Da ja ein ganzer zahn gezogen wurden beläuft sich die Lücke auf 3 - 7mm

2. Dauert in der Regel ein Lückenschluss länger wenn der Zahn nicht erst kürzlich gezogen wurde sondern schon eine Weile die Lücke existiert?

3. Wie hoch sind die Chancen das die Lücke überhaupt geschlossen wird? Einige "Quellen" sagen ja das die Erfolgsquote nicht immer 100% sei.

4. In welchem Zeitraum wird die "Prozedur" wahrscheinlich zuende sein?

5. Wie hoch sind die Chancen das die Zähne wieder zurückwandern?

6. Wie genau soll das funktionieren das sowohl das hervorholen der Zähne als auch die Stellung der Zähne verändert wird (Mit Stellung meine ich nicht das nach vorne holen sondern das z.B wenn die Zähne zu weit vorne hinausragen das die nach hinten gezogen werden.)

7. Ist es zu 100% sicher das sich bei jedem die 4 Weißheitszähne befinden? Bis heute habe ich sie nämlich noch nicht gesehn, und naja sonst würden die Zähne nach vorne geholt werden, aber hinten gäbe es dann immernoch die Lücke.

--> Wieso ich das Frage? Weil eine Freundin mit 16 Jahren schon ihre Weißheitszähne gezogen bekommen musste da sie schon rausragen und naja ich mit 18 habe noch nichts davon bemerkt.

Vielen Dank für ihre Geduld

Mit Freundlichen Grüßen

Steve

erstellt: 21.08.2010 - 02:33

Steven aus

Eien zusätzliche Frage habe ich dennoch, undzwar wurden die "Ringe" von der Zahnspange an den 6er backenzähnen angelegt und bei der "Wanderung" bleibt ja der 7er trotzdem an der gleichen Stelle, ist da nicht etwas falsch?

erstellt: 23.08.2010 - 22:38

Steven aus

Ein großes Lob an diese "Hilfsbereite" Community "Daumen Hoch"!

Anscheinend gibt es hier doch nicht so überqualifizierte "Ärzte" wie anfangs von der ForumTopic angepriesen.

Hut Ab Gentleman

erstellt: 24.08.2010 - 06:11

Kendra aus

Steven,
schon mal daran gedacht, dass Wochenende war und man deshalb vielleicht nicht innerhalb von 24 Stunden mit einer Antwort rechnen kann? Ausserdem werden die beratenden Ärzte hier auch noch etwas anderes zu tun haben, als den ganzen Tag im Forum zu lesen. Etwas Geduld wäre hier angebracht, dann klappt´s auch mit der Antwort.

Hallo Steven,
Kieferorthopädie ist nicht das Spezialgebiet dieses Forums, dennoch verstehen wir natürlich etwas davon. Der Vorgang wie Sie ihn beschreiben haben wird ganz sicher 18-24 Monate dauern und geht nur über eine festssitzende Apparatur (Brcketts und Bänder). Das Hauptproblem ist das Kippen der Zähne - die müssen parallel bewegt werden, damit sich an der Vorderseite keine Taschen bilden. Dieses gelingt in 80% der Fälle nicht so gut...- vielleicht wären Sie doch mit einer Implantatversorgung besser beraten gewesen.
Die Weisheitszähne können je nach Lage ab dem 15. Lj. durchbrechen. Wenn die Weisheitszähne nicht durchbrechen, kann das entweder daran liegen, dass diese bei Ihnen gar nicht angelegt sind - alternativ können sie schief im Knochen verlagert sein - dann werden sie vermutlich nie durchbrechen und manchmal für Probleme sorgen (Schubkraft, Entzündungen etc.)
Hoffentlich habe ich geholfen und grüße aus Münster Jan Tetsch

erstellt: 24.08.2010 - 12:20

Steven aus

@ Kendra

Naja das habe ich mir ja genau angesehen, denn auf andere Themen gabs ja Antworten nur bei meiner nicht, deswegen. Gäbe es auch gar keien thread antworten wäre dies ja noch logisch.

@ Dr tetsch

Vielen Dank an sie Herr Doktor

In der tat hatten mir meine Zahnärzte auch zu einem Lückenschluss durch ein Implantat geraten, jedoch kam wiederum bei dem Kieferothopäden heraus, dass mein kiefer zu klein war (Obwohl ich bis heute nichts davon bemerke) und naja dann wurde mir halt zu der Spange geraten, welche ich zur zeit auch besitze aber dieses Gefühl, dass das ganze nur aufs Geld hinausläuft und nicht unbedingt nötig gewesen wäre, kommt mir oft in den Sinn.

Finanzielle Aspekte sollten einmal außen vor bleiben. Wichtig ist: es gibt immer mehrere Wege, die nach Rom führen: die beiden sinnvollen Alternativen sind ja bei Ihnen nun ausführlich besprochen. Die 3. Möglichkeit wäre eine konventionelle Brückenversorgung. Auch eine kleine herausnehmbare Prothese kann zum Schluss einer Lücke dienen - aber fraglich ist hier natürlich der Sinn...-
Ihnen bei der von Ihnen gewählten Therapie alles Gute während der Behandlungsablaufes und hinterher ein zufriedenstellendes Ergebnis
JTetsch

erstellt: 26.08.2010 - 00:04

Steven aus

Vielen Dank Herr Doktor!

hallo Steven,
es gibt unter den Implantologen nicht viele Kollegen, die auch Kieferorthopädie praktisch betreiben. Da sind wohl einige in Urlaub. Außerdem halten wir es im Interess der Patienten für sinnvoll, nur qualifizierte Antworten zu geben.Und Ihre Fragen sind schon sehr spezifisch.
1. Ein Lückenschluss hängt in der Zeitdauer wesentlich ab von der Lückengröße, der Zahnstellung, des Zahnbogens, der Verzahnung, des Alters, der Bewegungsrichtung, der Verankerung an den Restzähnen, dem eingesetzten Hilfsmittel (festsitzend oder abnehmbar, mit Sperrung oder ohne), dem Entzündungszustand der Gingiva und von der Knochendichte ab. Sie werden jetzt für Ihren Fall sicher keine konkrete Antwort zu dieser Frage von uns erwarten.
2. Je älter die Lücke, desto langsamer die Bewegung.
3. Lückenschluss körperlich (mit Krone und Wurzel) gelingt nur bei jungen Patienten, und nie ganz sicher; Lückenschluss kippend mit Kontakt der Zahnkronen gelingt eigentlich immer bei jungen Patienten; vorausgesetzt der Gegenzahn lässt dies zu. Körperlich ist aber wegen der Belastung und Reinigbarkeit besser.
4. Zeitdauer hängt von vielen Faktoren ab (siehe oben); oft spielt auch die Mitarbeit des Patienten mit eine Rolle
5. der hintere Zahn bleibt meist vorne, der vordere findet meist die Endposition in der bestmöglichen Verzahnung.
Meist bleibt dadurch der Lückenschluss bestehen.
6. Zahnbewegung in der KFO funktioniert nach dem Prinzip actio gleich reactio ; ziehe ich an einem Zahn, bewegt sich auch der Zahn am anderen Ende des Seiles. Wie beim Seilziehen. Ziehen 5 an einer Seite (medizinisch ist das die Verankerung) und gegenüber nur 2, dann bewegen die zwei sich auf die 5 zu. Ziehen 3 gegen 4 z.B. kann es sein, dass alle 7 nachher an einem anderen Platz stehen. Am besten ist ein gute Verankerung (7 am Seilende), wenn 1-2 gegenüber irgendwohin bewegt werden sollen; dann ist die actio (Bewegung der 2) wie gewünscht gegen eine stabile Verankerung von 7 ( also eine stabile Verankerung, also wenig reactio für jeden einzelnen der 7). Kompliziert ? Ich habe mich bemüht.
7. Weisheitszähne können stören, müssen aber nicht; vorausgesetzt, sie finden genügend Platz auf dem Zahnbogen und das Zahnfleisch bleibt entzündungsfrei. Auf einem Röntgenbild kann man sie sehen; wenn nicht, dann haben Sie keine.
Gruss
Dirlewanger


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