
Thema / Frage: Mindestabstand zwischen Implantaten |
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Kollegenfrage #1460unbekannter Autor 04.04.2009 - 11:22 Uhr |
in welchen Fällen kann der Mindestabstand zwischen Implantaten von 3mm unterschritten werden ? (Anmerkung: Dieser Beitrag wurde vom Administrator in den Kollegenratgeber verschoben) |
Masterantwort #1463![]() Zahnarzt Dr. Spaeth M.Sc. 97980 Bad Mergentheim e-Mail: axelspaeth@googlemail.com 05.04.2009 - 00:07 Uhr |
Dies kommt nur sehr selten vor: Wenn der Abstant von ca 3mm unterschritten wird, nimmt man in Kauf, dass sich das Zahnfleisch ("Papille") in der Interdentalregion nicht korrekt stabilisiert. Das ist in der ästhetisch wichtigen Frontregion nicht erwünscht. Also besser in der Unterkieferfront nur ein Implantat setzen, wenn 2 Zähne fehlen. In den meisten Fällen wird die Implantatbreite so gewählt, dass dieses Problem nicht auftritt.
Herzlicher Gruss aus Bad Mergentheim! Dr.Spaeth |
Masterantwort #1464![]() Zahnarzt Dr. Dirlewanger MMSc 72202 Nagold e-Mail: w.dirlewanger@dirlewanger.de 05.04.2009 - 20:51 Uhr |
lieber Kollege,
danke für die Antwort. Ich wollte die Frage im Kollegenratgeber eingeben, habe das Vorgehen aber wohl noch falsch umgesetzt. Die Frage wurde beim Paromastermodul von Kollegen gestellt. Die Antworten waren uneinheitlich. Deshalb wollte ich die geballte Kompetenz der Impl.-master ansprechen. Also gebt mir Eure Antworten/Sichtweisen weiter. Für die angehenden Master in Parodontologie ist das wichtig. Danke für rege Antworten - und wie immer evidenz-based, wissenschaftlich abgesichert. Gruß Wolfgang |
Masterantwort #1466![]() Zahnarzt Dr. Koppitsch M.Sc. 46519 Alpen e-Mail: praxis@dr-koppitsch.de 05.04.2009 - 21:08 Uhr |
Liebe Kollegen,
welchen wichtigen Grund gibt es denn die geforderten 3mm mutwillig zu unterschreiten????? (Oder möchte hier jemand seine Bohrlöcher gerade diskutieren???) Bei einem Tissue-Level Implantatsystem z. B. erhalten wir doch automatisch unsere berühmten 3mm. Bei einem Bone-Level-System wird der erfahrene Kollege ähnlich verfahren, und lasst uns bei dieser ehr akademischen Frage nicht über 3/10tel diskutieren. Ansonsten mal vorab an Bonemanagement denken. Kurz und schmerzlos, MfG Volker Koppitsch PS: Ich freue mich schon auf Eure regen Antworten.... |
Masterantwort #1468![]() Zahnarzt Dr. Sillmanns M.Sc. 77815 Bühl e-Mail: praxis@sillmanns.com 06.04.2009 - 00:55 Uhr |
Wenn das mal wieder eine ernst gemeinte Frage unter Kollegen sein sollte, Dennis Tarnow hat noch im März beim diesjährigen Treffen der study group seine 3mm Regel grundsätzlich bestätigt. Er hat aber auch darüber referiert, das man dieses Thema bei Bone Level Implantaten nochmals überdenken müsste und das erste Studien mit diesem Implantatdesign darauf hinweisen, dass vermutlich um den Betrag des Schulterdesigns diese Dimension kleiner werden könnte. Weiterhin spielt der Microgap, die Art und Höhe der Beschichtung und das schulternahe Makrodesign des Implantatkörpers eine Rolle. In dem Zusammenhang wurde auch nochmals diskutiert, dass erste Versuche mit modifizierten sequentiellen Oberflächenrauhigkeiten laufen, die zum Ziel haben nicht nur die erste Protein Lining Cell Anheftung und damit eine stabile Osseointegration zu sichern sondern auch benachbart die Fibroblastenanheftung und damit ein bindegewebiges Attachement zu ermöglichen. Bio Horizont wirbt bereits mit einer solchen selektiven Schulterkonditionierung für seine Implantate.
Das meiste steckt im Stadium experimenteller und klinischer Versuchsreihen, evidenzbasierte Langzeiterfahrung existiert logischerweise noch nicht. War das jetzt hilfreich?? Liebe Grüße Hartmut |
Masterantwort #1471![]() Zahnarzt Dr. Dirlewanger MMSc 72202 Nagold e-Mail: w.dirlewanger@dirlewanger.de 06.04.2009 - 10:02 Uhr |
hallo Hartmut,
das war in etwa auch das, wie ich es im Paromodul begründet habe. Wenn Albrektsson darstellt, daß man über den Knochenabbau um z.B. Astra-Implantate neu nachdenken muss (Knochenabbau nur noch 0,2 mm initial und 0,1 jährlich), dann muss man auch über die Begründung für den Mindestabstand nachdenken, der sich ja aus dem errechneten und tatsächlichen Knocheneinbruch um die Schulter ergibt. Der Mindestabstand sollte ein Konfluieren der schüsselförmigen "Einbrüche" um zwei benachbarte Implantate verhindern, was einen interimplantären Höhenverlust bedeuten würde. Die Diskussion wird wohl bei Implantaten mit Innenkonus, bei platform geswitchten und Implantation der Schulter auf Knochenniveau neu beginnen. Oder gibt es bereits dazu neue Studien ? Zu Volker, es gibt mal Ausnahmegründe, wenn anatomische Strukturen (Platzmangel, Septum in Kieferhöhle o.ä.) dies erzwingen. Die Diskussion kam auf, weil Hürzeler wohl in einem Paromodul (Kurs zuvor), den Mindestabstand bei kleinen Implantaten in Frage gestellt hat. Warum dies, habe ich nicht verstanden (ich war nicht dabei, um nachzufragen) und bin deshalb auf der Suche nach der Wahrheit. Gruß Wolfgang |
Masterantwort #1475![]() Zahnarzt Dr. Littinski M.Sc. 39108 Magdeburg e-Mail: ra.littinski@praxis-littinski.de 06.04.2009 - 21:57 Uhr |
Liebe Mitstreiter,
bei den Beiträgen geben bis jetzt nur Volker und Axel eine praktische Antwort. Ich werde eine geplante Unterschreitung der 3 mm tunlichst vermeiden. Allerdings gelingt es auch nur schwerlich den zehntel Millimeter zu messen. Das akademische "Gedöhns" interessiert mich erst bei evidenten Empfehlungen. Dem Richter der bei einem Misserfolg zu entscheiden hat wird es ähnlich ergehen. Viele Grüße vom Rainer |
Masterantwort #1476![]() Zahnarzt Dr. Sillmanns M.Sc. 77815 Bühl e-Mail: praxis@sillmanns.com 06.04.2009 - 22:19 Uhr |
hallo Rainer, so wird das nichts - 1mm kann im ästhetisch hochrelevanten Bereich eine Welt sein, nebenbei bemerkt Du hast doch zehntel bei Deiner Masterthesis messen gelernt. Die Begründung von Wolfgang für die Relevanz ist absolut richtig, genau um den Mindestabstand zur Vermeidung konfluierender Einbrüche bei der Wiederherstellung der biologischen Breite geht es. Dies wird durch neue Schulterdesigns eventuell nochmals zu überdenken und eventuell zu revidieren sein. Freut Euch, dann hätten wir ein wenig mehr Toleranz in kritischen Fällen
Beste Grüße Hartmut |
Masterantwort #1493![]() Zahnarzt Dr. Dirlewanger MMSc 72202 Nagold e-Mail: w.dirlewanger@dirlewanger.de 08.04.2009 - 07:49 Uhr |
danke für die rege Teilnahme.
In der Ok-Front gebe ich Rainer und Hartmut natürlich vollkommen Recht. Da kommt es schon auf einen exakten Mindestabstand an. Andererseits versuche ich, in der Front zwei benachbarte Implantate wenn möglich zu umgehen. Da kann ein Brückenglied oder gar ein Zahnerhalt mittels regenerativer Parotherapie hilfreich sein. Im Unterkiefer-Prämolarenbereich sehe ich aber auch große Gefahren, wenn der Mindestabstand unterschritten wird. Wir sollten da vermehrt unser Auge werfen auf Höhe der Implantatschulter bezogen auf Knochenkante und Berücksichtigung der biologischen Breite, die sich bei manchen Systemen mittlerweile aus Breite und Höhe ums Implantat berechnet (Innenkonus und platform-switch). Gruß Wolfgang was meint Jan dazu ? |
Masterantwort #1495![]() Zahnarzt Dr. Koppitsch M.Sc. 46519 Alpen e-Mail: praxis@dr-koppitsch.de 09.04.2009 - 08:36 Uhr |
Hallo Wolfgang,
dér Jan steckt in Hochgurgl, der brennt ne super Spur in den Neuschnee jeden Morgen. Seine Bretter verlaufen genau parallel im Mindestabstand von exakt 3mm !! Das Dübelgedöhns ist Ihm z.Z. glaube ich ziemlich egal. Ski heil!! |
Masterantwort #1562![]() Zahnarzt Dr. Tetsch M.Sc. 48151 Münster e-Mail: dr.tetsch@t-online.de 21.04.2009 - 07:27 Uhr |
Hochgurgl ist richtig gewesen...- die Ski sind immer 3 mm auseinander, der limitierende Faktor ist der Skischuh, der viel breiter ist als die Brerre selbst....- jetzt zur Frage: Kirsch hat mal gesagt, dass die Faustformel der Implantatpositionen geändert werden darf und die 3 mm nur 2 frisch gesetzte Implantate betrifft. Aus dem Grund verfahren die beiden Kollegen in einer zu kleinen Lücke so, dass primär 1 Implantat gesetzt wird, die Einheilphase abgewartet wird und sekundär das 2. Implantat eingebracht wird. Der Mindestabstand kann so auf 1,5mm rduziert werden...
Gruß Jan Tetsch |
Masterantwort #1571![]() Zahnarzt Dr. Littinski M.Sc. 39108 Magdeburg e-Mail: ra.littinski@praxis-littinski.de 21.04.2009 - 21:59 Uhr |
Hallo Hartmut,
ich finde schon das es so etwas wird. Ich habe keine Empfehlungen gegeben, sondern nur meine Handling der Problematik geschildert. Meine Fantasie ist ziemlich entwickelt. Vielleicht ist sie das in der Zahnheilkunde nicht so sehr, dass ich mir eine Indikation vorstellen könnte, zwei Implantate im Abstand von 2 mm oder weniger zu setzen. Ich habe auch mit 3 mm genug "fun". Vielleicht ein Thema für Amsterdam? Liebe Grüße vom Rainer |
Masterantwort #1573![]() Zahnarzt Dr. Dirlewanger MMSc 72202 Nagold e-Mail: w.dirlewanger@dirlewanger.de 22.04.2009 - 07:48 Uhr |
es wäre nicht schlecht,
wenn wir eine Kollegenfrage ernst nehmen und nicht veralbern wie Volker es tut. Es ist nämlich durchaus so, daß das mit dem Abstand bald so gesehen wird wie mit der Einheilzeit. Auch da gibt es form- und implantatspezifische Unterschiede. Gruß Wolfgang |
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