
Thema / Frage: Implantatdesign |
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Kollegenfrage #1461unbekannter Autor 04.04.2009 - 11:30 Uhr |
es gibt verschiedene Implantatformen. Implantate können ein zylindrisches, ein konisches und ein tapered design haben. Wo sind die Unterschiede in der Form und wo liegen die Vor- und Nachteile dieser Implantatformen ? (Anmerkung: Dieser Beitrag wurde vom Administrator in den Kollegenratgeber verschoben) |
Masterantwort #1462![]() Zahnarzt Dr. Spaeth M.Sc. 97980 Bad Mergentheim e-Mail: axelspaeth@googlemail.com 04.04.2009 - 23:58 Uhr |
Hallo!
Per se heilen Titanimplantate im Knochen immer ein, die Form spielt keine zu grosse Rolle, eher die Oberfläche. Die Grundform sollte zahnwurzelförmig sein, um bei einer eventuellen Entfernung des Imlantates ( das kommt sehr selten vor ) wenig Knochendefekt zu bekommen. Die konische Form kollidiert weniger mit Nachbahrzähnen, die getaperte Form erzeugt einen höheren Torque, also höhere Primärfestigkeit. Dies kann bei weichem Knochen von Vorteil sein. Bei sehr festem Knochen kann eine zu hohe Primärfestigkeit wiederum unerwünscht sein... Fragen Sie Ihren Zahnarzt, welches Form bzw. welches Design er in Ihrem Fall anwenden möchte. Gruss aus Bad Mergentheim! Spaeth |
Masterantwort #1465![]() Zahnarzt Dr. Dirlewanger MMSc 72202 Nagold e-Mail: w.dirlewanger@dirlewanger.de 05.04.2009 - 21:01 Uhr |
lieber Kollege Spaeth,
auch diese Frage sollte in den Kollegenratgeber. Auch das war ein Gegenstand kontroverser Diskussion im Paromaster-Modul. Das zylindrische Design war klar (parallelwandig, universell einsetzbar bei genügend weiter Aufbereitung). Bei konischer Form wurden die Vorteile bei Anwendung im Oberkiefer gesehen - weicherer Knochen, keine Gefahr der Überlastung des Knochen, Nachteile im harten Unterkieferknochen, vor allem im Unterkieferseitenzahnbereich. Die tapered design Ausführung sieht doch so aus, daß der untere Implantatteil zylindrisch und der obere Teil konisch geformt ist und große Vorteile im Oberkieferseitenzahnbereich und Frontzahnbereich bringt. Stimmen die Kollegen dieser Sichtweise zu ? Gruß Wolfgang Bitte gebt mir viele Rückmeldungen. Das interessiert die Parodontologie-Kollegen. |
Masterantwort #1489![]() Zahnarzt Stephenson M.Sc. 24220 Flintbek e-Mail: f.stephenson@web.de 07.04.2009 - 19:43 Uhr |
Hallo Kollegen, zu den tapered designs:
das tapered design soll ja besonders für Früh- bzw. Sofortimplantation angewendet werden. Aber da man eh die Alveolenwände bei Sofortimplantation nicht unter Druck setzen darf, tut die Verdickung im oberen Bereich doch meist gar nicht not. Primärstabilität hole ich mir doch eher in der Tiefe und nicht im krestalen Bereich. Ich habe ein paar mal mit tapered design Implantaten gearbeitet, eigentlich haben sie mich nicht überzeugt und ich nutze sie nicht mehr. Meine persönliche Meinung ist, dass das eher theoretische Konstruktionen sind, die in der Praxis nicht wirklich gebraucht werden .... will aber nicht oberschlau sein und lasse mich gern eines besseren belehren. Auch sonst ist meine Erfahrung, dass es im praktischen Arbeiten eher darauf ankommt, wie ich meine Implantatkavität aufbereite, wieviel Gewinde ich schneide bzw. wie ich die Primärstabilität durch die Aufbereitung beeinflusse. Wiederum persönliche Erfahrung ohne wissenschaftlich akademischen Background: dann kann ich mit konischen wie mit zylindrischen Implantaten gut arbeiten. Konische Typen verzeihen natürlich keine Fehler in der Tiefe der Aufbereitung, da habe ich schon ein paar mal Lehrgeld bezahlt. Bin gespannt auf die weitere Diskussion. Gruß Florian |
Masterantwort #1563![]() Zahnarzt Dr. Tetsch M.Sc. 48151 Münster e-Mail: dr.tetsch@t-online.de 21.04.2009 - 07:44 Uhr |
Das Implantat-Design ist ein Buch mit 7 Siegeln und ich glaube, dass selbst die Hersteller nicht wissen, warum unterschiedlich Designs produziert werden - in meinen Augen wird hier nur der Markt bedient - egal wie - und um so die Möglichkeit zu erhalten, alle Anwender unterschiedlichen Designs der Konkurrenzfirma abzuwerben...-
Fakt ist, dass bei der Implantatauswahl immer der Patient im Vordergund stehen muss und nicht ein Produkt: hierbei sind in der Diagnostik verschiedene Dinge abzuklären: 1. wie ist die Knochenquantität in Höhe und Breite 2. wie ist die Knochenqualität Ziel ist es, dass ein Implantat bei dem Patienten osseointegriert. Hierfür ist ein gewisse Primärstabilität des Implantates notwendig, doch auch in der Implantologie gilt der Satz "nach zu kommt auf". Das bedeutet, dass eine zu hohe Primärstabilität des Implantates zu Nekrosen der Gefäße in der Peripherie des Implantates führen kann. Folgen sind Ostitiden und Implantatverlust. Genauso ungünstig ist es, wenn Implantate in der Kavität "hin und her wackeln". In diesen Fällen kann es entweder zu Abstoßungen oder zu bindgewigen Einheilungen kommen. Faustformel: " je härter der Knochen, desto passiver sollte das Implantat sein" " je weicher der Knochen, desto aggressiver darf das System sein" - im Oberkieferseitenzahnbereich sind konische Implantate daher nicht unsinnvoll...- diese sind in der Unterkiefer Frontregion aber häufig sehr problematisch... Jan Tetsch |
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