
Thema / Frage: Zahnersatz für Lücke |
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Patientenfrage #262Stefan 05.02.2009 - 22:09 Uhr |
Hallo,
mir wurde der zweitletzte Backenzahn gezogen. Rechts und links daneben sind zwei Zähne mit einer Amalgamfüllung. Die Lücke will mein Zahnarzt mit einer Brücke oder gar einem Implantat schließen. Mich stört die Lücke so weit hinten eigentlich gar nicht. Kann ich nicht auch ohne Zahnersatz auskommen? Ich habe mal gehört, dass wenn Zähne fehlen die anderen auseinander wachsen. Stimmt das? |
Masterantwort #263![]() Zahnarzt Dr. Frank M.Sc. 86447 Aindling e-Mail: Frank.Pflumm@t-online.de 05.02.2009 - 22:57 Uhr |
Hallo Stefan,
es ist in der Tat so, dass Zähne die nicht durch Nachbarzähne begrenzt sind wandern bzw. kippen. Dies trifft vor allem auf den Zahn hinter der Lücke zu. Dieser kippt in der Regel nach vorne. Dadurch wird der Winkel zwischen Zahn und Knochen sehr spitz. Sehr häufig stellen wir an diesen Stellen dann später Knocheneinbrüche, also lokale Parodontitis, fest, die nur sehr schwer zu behandeln sind. Außerdem geht häufig der harmonische Verlauf der Zahnreihen verloren und es entstehen Absätze und Stufen die die Funktion des Kauens verschlechtern und gelegentlich negative Auswirkungen auf das Kiefergelenk und die Kaumuskulatur haben können. Wichtig ist auch abzuklären, ob der Zahn der im Gegenkiefer der Lücke gegenübersteht nun noch genügend abgestützt ist. Ist dies nicht der Fall wird er sich verlängern und ebenfalls die Funktion negativ verändern und als Spätfolge Kiefergelenks und Muskelbeschwerden verursachen können. Sie sehen also, die Versorgung der Lücke hat eher eine untergeordnete optische Bedeutung sondern eher eine vorbeugende funktionelle Bedeutung. Ich kann Ihnen zur Versorgung eigentlich nur zuraten. Schönen Gruß, Jochen Frank |
Masterantwort #314![]() Zahnarzt Dr. Röller M.Sc. 44143 Dortmund e-Mail: praxis@dr-roeller.de 06.02.2009 - 11:30 Uhr |
Hallo Stefan,
selbstverständlich steht es Ihnen frei, sich zu entscheiden, mit einer Lücke zu leben. Die schon erörterten Argumente sind jedoch nicht wegzudiskutieren und sind medizinisch Begründungen, warum die Lücke geschlossen werden sollte. Da die Natur für uns immer ein Vorbild ist, und dort keine Lücke im natürlichen Gebiß vorliegen, sollte auch bei Ihnen keine Lücke dort sein. Bei einer Brücke sollte jedoch bedacht werden, daß die beiden Pfeilerzähne dann das 1 1/2 fache der Kaulast im sogenannten Kaukraftzentrum tragen müssen. Ein Implantat hat den Charm, daß die die Lücke begrenzenden Zähnen nicht abgeschliffen werden müßten, wenn die Amalgamfüllungen klein sind. Fazit: Der Lückenschluß hat mehr Vor- als Nachteile. Ich hoffe Ihnen noch weitere Argumente gegeben zu haben Herzliche Grüße und Glück auf aus Dortmund Dr. Ingo Röller, M.Sc. |
Masterantwort #909![]() Zahnarzt Arenas Balbuena MMSc 73207 Plochingen e-Mail: praxis@drarenas.de 13.02.2009 - 11:10 Uhr |
Hallo Stefan,
sie sehen, man muß nicht, man kann aber. Wenn sie einen guten und auch langlebigen Zustand im Mund haben wollen, dann müssen sie jedoch etwas tun. Ob nun Brücke oder Implantat, beide Möglichkeiten stehen ihnen offen, letztendlich entscheiden sie, ob ihnen ein gesunder Mund wichtig ist. Lassen sie sich von ihrem Zahnarzt nochmals die Vor- und Nachteile sowie die Kosten genau erklären und setzen sich mit dem Problem aktiv auseinander. Wenn Zahnwanderungen, respektive Kippungen stattfinden, sind diese nur mit hohem Aufwand, wenn überhaupt möglich, rückgängig zu machen. Mit freundlichen Grüßen A. Arenas |
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