Thema / Frage: Wiederholung der Wurzelkanalbehandlung

Patientenfrage #4325

Markus
aus Unterfranken

19.07.2010 - 17:57 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,
an meinen 4.6er Backenzahn (Unterkiefer rechts) wurde vor 2 Jahren erfolglos eine Wurzelkanalbehandlung durchgeführt.
Es hat sich eine lokale Schwellung entwickelt die sich nicht mehr zurückbildet.
Auf dem Röntgenbild sieht man einen größeren Entzündungsherd um die Wurzelspitze herum und der Kieferknochen beginnt sich langsam aufzulösen.
Der Zahn macht an und für sich keine Probleme und sitzt auch stabil im Zahnfach.
Meine Frage ist, ob es einen Sinn macht eine Revision der Wurzelbehandlung durchzuführen?
Ich fühle mich sehr unsicher, was die Entscheidung anbelangt entweder den Zahn ziehen zu lassen, oder eine erneute Wurzelbehandlung durchzuführen.
Da ich erst 30 Jahre alt bin und keinerlei Probleme mit meinem Immunsystem habe, glaube ich dass eine Revision der Wurzelbehandlung durchaus Aussicht auf Erfolg haben kann.
Kennen Sie auf Wurzelbehandlung spezialisierte Zahnärzte in der Region Mainfranken?

Mit freundlichen Grüßen
Markus
Masterantwort #4329

Zahnarzt  aus Nagold
Zahnarzt
Dr. Dirlewanger MMSc
72202 Nagold


e-Mail: w.dirlewanger@dirlewanger.de
Internet: http://www.dirlewanger.de

19.07.2010 - 18:56 Uhr

Hallo Markus,
an Ihrer Stelle sollten Sie sich an einen Endo-Spezialisten in der Uni-Zahn-Klinik in Würzburg wenden. Vielleicht kann der Ihnen auch eine Empfehlung für eine(n) Kollegen/in Ihrer Umgebung aussprechen.
Eine Endo-Revision dürfte sich in Ihrem Alter eigentlich lohnen. Gönnen Sie sich aber Zeit und Geld dafür.
Die Ursache für fortschreitende Knochenabbauten um wurzelbehandelte Zähne liegt in totem Restgewebe in der Wurzel; oft zusätzliche Kanäle oder Seitenkanäle. Wird dieses Gewebe großenteils entfernt, kann der Prozess ausheilen; kann... nicht muss. Da Sie aber keine akuten Beschwerden haben, sind wohl nur wenige Bakterien die Auslöser.
Gruss
Dirlewanger
Patientenergänzung #4340

Tekla

20.07.2010 - 15:44 Uhr

Hallo Markus,

es wird leider viel zu wenig beachtet, dass solche toten Zähne auch ein Herdgeschehen darstellen.
Wenn sich der Knochen bereits auflöst, ist das auf keinen Fall gesund und oft ist es kein lokales Problem,
denn ein solches Herdgeschehen beeinflusst den ganzen Körper.
Natürlich möchte in jungen Jahren niemand gerne Zähne verlieren, mit dem Erhalt toter Zähne handelt man sich
jedoch in vielen Fällen nach Jahren chronische Erkrankungen ein, die dann allerdings nicht mehr reversibel sind.
Es gibt auch Zahnärzte, die solchen WKBen oder Wurzelspitzenresektionen durchaus begründet kritische gegenüberstehen.

http://www.oldenburk.de/files/toter_zahn_+_wsr____.pdf

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