Thema / Frage: Teleskopkrone für Implantat erforderlich?

Patientenfrage #3249

Stefan O.
aus Baden-Württemberg

19.02.2010 - 11:15 Uhr

Bei mir im Sept. 09 ist ein Implantat (Fa. Astra) am Zahn 36 am Kragen und in der inneren Schraube gebrochen. Es war zuvor locker gewesen, und da ich im Urlaub war, konnte es nicht rechtzeitig festgeschraubt werden. Es war auch

vorher öfters locker gewesen.

Das Implantat wurde rausgefräst, durch ein größeres mit dickerem Kragen ersetzt (Fa. Astra, Teil auf Kulanz).

Jetzt soll wieder die Krone drauf. Mein Zahnarzt hat sich erkundigt (bei Uni HD), und ist ganz fest von überzeugt,

daß in meinem Falle die sehr großen Scherkräfte (sehr flacher Kieferwinkel, geringe Mundöffnung, der Zahn sitzt

notwendigerweise nicht zentral über dem Implantat, sonder schräg) dafür verantwortlich sind. Er möchte unbedingt eine Teleskopkrone einsetzen, die zusätzlich an den Nachbarzähnen 35 und 37 aufgehängt ist (diese tragen bereits Keramik-Inlays, sind allerdings gut versorgt). Die Teleskopkrone soll wieder einfach verschraubt werden. Meine Krankenkasse(privat)ist der Ansicht, das sei "medizinisch nicht notwendig" (d.h. die Aufhängung an 35/37, einfaches Implantat 36 sei o.k.).

Wie sehen Sie das?
Masterantwort #3253

Zahnarzt  aus Böhl-Iggelheim
Zahnarzt
Dr. Fankidejski M.Sc.
67459 Böhl-Iggelheim


e-Mail: rolffankidejski@web.de
Internet: http://www.zahn-gesund.net

19.02.2010 - 21:57 Uhr

Hallo Stefan

Eine Versicherung kann prinzipiell nicht entscheiden welche Therapie medizinisch sinnvoll ist. Selbst uns fällt es in diesem Forum schwer zu einer sicheren Aussage zu kommen, da der Patient ja nicht untersucht werden kann.

Ohne Sie gesehen zu haben kann man folgende Empfehlungen aussprechen.
1. Ein Implantat sollte möglichst nicht mit Zähnen verbunden werden, wenn dies nicht unbedingt nötig ist.
2. Auch bei hohen biomechanischen Kräften muss ein Implantat mit einer Einzelkrone zu versorgen sein. Den Kräften angemessen sollte der Implantatdurchmesser gewählt werden. Die Verschraubung muss mit vorgeschriebenem Drehmoment erfolgen.

Es sollte also aus meiner Sicht-jedoch ohne Sie gesehen zu haben -eine Einzelzahnversorgung erfolgen.
Eine Teleskopkronenversorgung mit Nachbarzähnen erscheint mir nicht sinnvoll.

Viele Grüße aus Speyer
Dr. Rolf Fankidejski,MSc
Masterantwort #3262

Zahnarzt  aus Magdeburg
Zahnarzt
Dr. Littinski M.Sc.
39108 Magdeburg


e-Mail: ra.littinski@praxis-littinski.de
Internet: http://www.praxis-littinski.de

21.02.2010 - 19:23 Uhr

Hallo Stefan,
Ihre Schilderungen sind fachlich nur sehr schwer nachzuvollziehen. Wie soll denn die Telleskopkrone an den Nachbarzähnen aufgehängt werden? Evtll. durch Auflagen? Eine ordentlich gefertigte, die Kaufunktion berücksichtigende Implantatkrone auf einem richtig dimensionierten Implantat benötigt keinerlei zusätzliche Verankerungen oder Abstützungen. Wenn die Krone nicht zentral über dem Implantat "sitzt" ist letzteres falsch platziert. Ich empfehle Ihnen, vor Ort eine weitere Meinung einzuholen. Villeicht finden Sie in diesem Portal einen Kollegen, eine Kollegin in Ihrer Nähe.
Viel Erfolg wünscht Rainer Littinski aus Magdeburg
Patientenergänzung #3264

Stefan O.
aus Baden-Württemberg

21.02.2010 - 22:31 Uhr

Hallo, vielen Dank für Ihre Antworten!
Ich nehme auf jeden Fall mit, daß die Lösung mit Teleskopkrone mindestens eine "sehr singuläre" Sichtweise darstellt und stark zu hinterfragen ist.
@ Dr. Littinski: Zum "Sitz des Implantats": da habe ich mich falsch ausgedrückt, was ich sagen will: das Implantat sitzt leicht schief im Kiefer, und das muß es wohl auch, weil die Nachbarzähne genauso sitzen. Hätte man es völlig senkrecht zur Kaufläche gestellt, hätte man die Wurzel von 35 getroffen.
Die Aufhängung an den Nachbarzähnen 35 und 37 sollte ebenfalls mit Kronen erfolgen, d.h. 3 verbundene Kronen (35 - 36(auf Implantat) -37). Zusätzlich zu der Reibungshaftung sollte eine Schraube der Fixierung dienen.

Aber wie gesagt, davon nehme ich jetzt erst mal Abstand! Nochmals vielen Dank!
Patientenergänzung #3681

Christel E.
aus Berlin

30.04.2010 - 01:15 Uhr

Ist es sinnvoll bei zwei fehlenden Zähnen (14,25) und einem mit Stift zu versorgenden Zahn (11, der nach abgeheilter Paradontitis seit einigen Jahren schräg nach vorne steht) bei einer wegen Abnutzung (Alter 67 Jahre) geplanten Überkronung aller noch vorhandenen Zähne (von 15,13,12,11,21,22,23,24,26) zwei Brücken, eine Teleskop- bzw. verbundene Krone (21+11+12?) und zwei Einzelkronen zu setzen oder auf beiden Seiten (11-15 und 21-26) nur jeweils eine Gesamt-Brücke, verankert auf allen vorhandenen Zähnen? Ist diese starre Verbindung der Zähne haltbar? Sie soll ein (bisher nicht erkennbares) Auseinanderspreizen der Zähne verhindern.

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