
Thema / Frage: Die Timbuktu-Methode "www.tarzahn.de" |
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Patientenfrage #3206Peter Wittler aus Wickede (NRW) 14.02.2010 - 15:21 Uhr |
Hallo zusammen,
was halten sie von der sog. Timbuktu-Methode. Die Behandler beschreiben das ihre Erfolge mit der Methode gleich bzw. besser sind als die "hochmodernen" und damit viel teureren WB. Im Grunde wird ja beschrieben, dass die ganzen hochangepriesenden mod. Techniken eigentlich überflüssig sind und keinen Vorteil haben. Gruß Peter |
Masterantwort #3212![]() Zahnarzt Dr. Püllen MMSc 63263 Neu-Isenburg e-Mail: frankpuellen@arcor.de 15.02.2010 - 13:05 Uhr |
Sehr geehrter Herr Wittler,
allein die Namensgebung sagt schon viel über dessen Urheber. Natürlich ist ein Gerät alleine nicht ausschlaggebend für den Erfolg: das wäre zu einfach und zu schön. Maßgeblich sind die individuellen Fertigkeiten des jeweiligen Behandlers! Aber ohne entsprechende Ausrüstung bekommt man trotzdem keinen Fuß auf den Boden. Auch ein ausgewiesener Spitzenkoch kann aus einer Aldi-Dose kein gutes Essen zaubern, umgekehrt garantieren beste Zutaten keinen Genuß, wenn der Koch nichts von seinem Handwerk versteht. Dr. Frank Püllen, MMSC P.S.: Ich würde bei dem anpreisenden Kollegen keinen Schuh zum besohlen abgeben. |
Masterantwort #3216![]() Zahnarzt Dr. Swaneburg M.Sc. 59494 Soest e-Mail: praxis@swaneburg.de 15.02.2010 - 15:34 Uhr |
Sehr geehrter Herr Wittler,
da kann ich meinem Vorredner, Dr. Püllen nur 100% Recht geben! Wir haben hier selber eine Spezialistenpraxis für "Wurzelbehandlungen", eine seriöse spezialisierte Praxis darf von 90%igen Langzeiterfolgsaussichten bei Wurzelbehandlungen sprechen und das mit modernen Hilfsmitteln bei vorhandener Spezialisierung. Wenn jemand behauptet, er könne mit irgendeiner Methode dieses garantiert toppen, muss man sehr an der Seriösität zweifeln! Entweder hat derjenige keine Ahnung oder er lügt. Oder er ist schlauer und besser als alle anderen spezialisierten Endodontologen und Hochschullehrer und lässt diese alle dumm sterben!???? Wenn Sie dass glauben wollen...? Viel Erfolg bei der anstehenden WB! Dr. Uwe Swaneburg, M.Sc. |
Masterantwort #3218![]() Zahnarzt Dr. Moers M.Sc. 21073 Hamburg e-Mail: zahnaerzte@doctoresmoers.de 16.02.2010 - 07:56 Uhr |
Hallo Herr Wittler, bitte bedenken Sie: wie so oft im Leben sind die billigsten Dinge am Ende die Teuersten !!! Viele Grüsse aus Hamburg, Dr. Stefan Moers M.Sc. |
Masterantwort #3221![]() Zahnarzt Dr. Henzler M.Sc. 66359 Bous e-Mail: praxis@dr-henzler.de 16.02.2010 - 22:10 Uhr |
Hallo Herr Wittler,
ich finde , daß die Methode lohnt, sich näher damit zu befassen, ebenso wie mit der Hochschulseite. Einige der Aussagen bezüglich des Namens und der Methode sind so nicht ganz wahr, ohne daß ich ein Verfechter und Anhänger wäre. Ich bin Praktiker und habe wie jeder andere Kollege den Wunsch, die Wurzelkanäle möglichst bakterienfrei zurück zu lassen. Darin unterscheiden sich unterschiedliche Methoden und Auffassungen.Ich verfolge seit jahren die Diskussion zwischen der Hochschulseite und Herrn Dr. Osswald, der dieses Metzhodik propagiert. Vor kurzem konnte in einem Streitgespräch an der Uni Frankfurt mit Prof. Heidemann als Vertreter der Hochschule und Dr. Osswald auf der anderen Seite kein wissenschaftliches Argument gegen diese Methode verwendet werden. Ebenso hatte ich während unseres Masterstudiums einen Berliner Hochschulprofessor für konservierende Zahnheilkunde( gehört schwerpunktmäßig die Endodontologie dazu) nach diesem Desinfektionsmittel und die wissenschaftliche Testung befragt und erhielt die Antwort, daß dazu keine Kapazitäten frei wären und ich diese Untersuchungen mitmachen könnten (wobei dies nicht so ernst gemeint war). Erwähnen möchte ich dies nur deshalb, weil es mich als Praktiker stört, daß die Wissenschaft oft ihren Weg geht und nicht immer nach links oder rechts schaut, denn es muß nicht immer alles oder nichts sein, sondern man könnte die guten Dinge zusammenfassen. Ich habe selbst die besten Endodontologen gesehen und gehört, arbeite seit 18 Jahren unter Kofferdam, spüle mit allem , was auf dem Markt ist, arbeite mit 5-fach Lupe , kondensiere und dichte den Zahn mit adhäsiven Füllungen ab, arbeite wie die Spezialisten, aber bin nicht hörig und habe zusätzlich ein offenes Ohr. Mit dieser Einstellung fand ich auch sehr positive Dinge bei der Methode von Dr. Osswald, wobei seine Erfolge nachzulesen sind. Ich denke, man darf ihm genausowenig unterstellen, daß Fälle zurechtgebastelt sind wie jedem anderen, auch Hochschulprofessoren, es sei denn, man kann es widerlegen, was aber bis zum heutigen Tag nicht passiert ist, außer durch Worte. Ich will einfach nur ein Argumentation auf fachlichem Boden und nicht diese inzwischen polarisierte Diskussion, die inzwischen leider Realität ist, wie man aus der ein oder anderen Aussage entnehmen kann. Und wie alle Dinge in der Zahnmedizin liegt es nicht nur an der Methode, wie ich zum Erfolg komme, sondern in der gewissenhaften Umsetzung der Methode und dies gilt für beide Seiten und ich muß dabei an einen Vergleich aus dem täglichen Leben denken (ich wohne an der Grenze nach Frankreich): Seit 40 jahren haben Franzosen mit nachweisbarem Erfolg überall Kreisverkehre gebaut, in Deuschland wußte man dieses und baute dennoch hochtechnisierte komplizierte Ampelkreuzungen, die seit ein paar Jahren alle wieder mit viel Steuergeldern rückgebaut und zu Kreisverkehren umfunktioniert werden. ich frage mich ebenso in der obigen Diskussion: Warum nur? Viele Grüße M. Henzler |
Patientenergänzung #3254unbekannter Autor 20.02.2010 - 17:17 Uhr |
Hier ein interessanter Bericht dazu,
http://www.adp-medien.de/cms/index.php?id=361 |
Patientenergänzung #4065felixpoor aus Oberbayern 16.06.2010 - 18:43 Uhr |
Ich war in den letzten Jahrzehnten in 2 Zahnarztpraxen zur Behandlung, die sicher ihr Handwerk (im übertragenen Sinn) mindestens so gut verstanden wie andere Zahnärzte, wenn nicht besser. Leider gab es bei mir aufgrund früherer gröblichst mangelnder Zahnpflege die Notwendigkeit diverser Wurzelbehandlungen, die sicher nach den geltenden Regeln ordentlich durchgeführt wurden. Betrüblicherweise waren in den Folgejahren Wurzelspitzenresektionen, weitere Wurzelbehandlungen der gleichen Zähne, Extraktionen und schwer zu definierende Schmerzen an einzelnen Zähnen immer wiederkehrende Gäste. Wenn jemand z.B. bei Auto- oder Computerreparaturen eine solche Folge von Wiederholungsfehlern erdulden müsste, würde er längst auf einen anderen Anbieter umgestiegen sein oder lieber zu Fuß gehen. Aber ich kann ja jetzt nicht zum Gynäkologen gehen und dort meine Zähne in Ordnung bringen lassen. Rein statistisch gesehen - und dazu braucht es keinerlei ärztliches Wissen - haben also die etablierten Methoden zwar nicht völlig versagt, denn einige Zähne habe ich ja noch im Mund, aber diese Methoden sind auch weit weg von dem, was man "Heilbehandlung" nennen könnte (langfristig gesehen, kurzfristig war dann schon mal Ruhe für paar Monate oder sogar für ein paar Jahre). Es spricht also alles dafür, es jetzt mal mit der sehr plausibel erscheinenden Methode "Tarzahn" zu versuchen, und ich werde das auch tun, auch wenn ein Kollege in einem der vorigen Beiträge äußert, er würde dem anpreisenden Kollegen nicht mal einen Schuh zum besohlen hintragen (und auch wenn 2 von 3 Kollegen der gleichen Meinung sind; wenigstens der 3. Kollege ist etwas offener und macht sich ein paar Gedanken). Obwohl, wer weiß: vielleicht würde sogar der besohlte Schuh nach Tarzahn ein Erfolgsmodell? Naturgemäß kann ich frühestens in 1 oder 2 Jahren berichten, ob es auch langfristig geholfen hat. Nach allem, was ich gelesen habe, gehe ich aber davon aus und vor allem: egal, wie es ausgeht, schlechter als die etablierten Methoden kann es nicht sein. |
Masterantwort #4071![]() Zahnarzt Dr. Hansing M.Sc. 22869 Schenefeld e-Mail: praxis@dr-hansing.de 17.06.2010 - 10:23 Uhr |
Sehr geehrter Oberbayer,
erstmal möchte ich feststellen, dass der Vergleich Zahnarzt-Auto/Computerreparatur immer wieder mal von bestimmten Patienten geäußert wird, jedoch keiner wie ein Auto oder ein Computer behandelt werden möchte. Da Sie als Mensch ein biologisches Wesen sind, ist dieser Vergleich also denkbar unpassend! Aufgrund Ihrer Vorgeschichte sind ``ein paar Jahre Ruhe`` wohl durchaus als Erfolg zu werten. Wir Zahnärzte sind keine Zauberer und aus Wasser hat auch von uns noch niemand Wein gemacht. Viel Erfolg bei Ihrer weiteren Behandlung Dr.Frank Hansing (Hamburg-Schenefeld) |
Patientenergänzung #4160S.D. 28.06.2010 - 17:09 Uhr |
Ich bin seit 20 Jahren Patientin bei Dr. Osswald und habe mit den Wurzelbehandlungen nach seiner Methode nur beste Erfahrungen gemacht. Leider war ich umzugsbedingt etwa 4 Jahre in einer anderen Praxis. Nachdem ein Zahn gezogen, und bei einem weiteren Zahn, der als Brückenpfeiler dienen sollte, eine Wurzelspitzenresektion vorgeschlagen wurde, habe ich mich wieder in die bewährte Behandlung von Dr. Oswald begeben. Es war keine WSR nötig, nur eine Timbuktu-Wurzelbehandlung und mit dieser ist der Zahn seit 5 Jahren symptomfrei.
Als Ärztin ist es für mich völlig einleuchtend, dass eine Infektion nicht vorwiegend mechanisch behandelt werden sollte. |
Patientenergänzung #4161Liviu aus Bukarest 28.06.2010 - 17:40 Uhr |
Liebe Herren Dres. Püllen, Swaneburg...,
Sie sind einer der klügsten Opportunisten hier im Forum. Alles was die Fachgesellschaften oder Meinungsbildner vorgeben, wird streng eingehalten und gemacht. Können Sie Medizin kritisch hinterfragen? Sind Sie dazu in der Lage? Besten Gruß Liviu |
Masterantwort #4168![]() Zahnarzt Dr. Püllen MMSc 63263 Neu-Isenburg e-Mail: frankpuellen@arcor.de 29.06.2010 - 09:22 Uhr |
Sehr geehrter Liviu,
ala (anonymer)Heckenschütze hat man ein leichtes (??) Leben. Wenn Sie sich ernsthaft mit dem Thema Endodontie beschäftigen wollen, dann LESEN (nicht überfliegen) Sie das Standardwerk von Cohen et al: Pathways of the pulp. Viel Spaß dabei. Danach reden wir weiter. Dr. Frank Püllen, MMSc, Neu-Isenburg |
Patientenergänzung #4170Aron aus Alexandria 29.06.2010 - 11:05 Uhr |
Sehr geehrter Herr Dr. Püllen,
Überfliegen reicht oftmals für Pragmatismus aus. Gruß Aron |
Masterantwort #4174![]() Zahnarzt Dr. Dirlewanger MMSc 72202 Nagold e-Mail: w.dirlewanger@dirlewanger.de 29.06.2010 - 12:56 Uhr |
Liebe Mitleser,
die Wurzelbehandlungen werden in vielen Praxen leider (ausbildungs- und zeitmangelbedingt, auch wegen mangelnder Honorierung) unzureichend durchgeführt. Zumeist bleibt 30-50 % des organischen Gewebes im Zahn (tot oder selbstzerfallend) zurück - auch wegen der weitverzweigten Seitenkanäle. Man kann mit dem toten Restgewebe jetzt unterschiedlich umgehen - es mumifizieren oder der Körperabwehr aussetzen. Eine unzureichende Ausräumung von (notwendigerweise zu entfernendem) Gewebe spricht weder für die Timbuktu-Methode, noch für eine "schnelle" Wurzelbehandlung. Es gibt leider nur eine saubere Methode, wie ich sie -mit Endospezialausbildung bei Kollegen aus den USA- mir selber angedeihen lassen würde; nämlich die beim sorgfältig arbeitenden Kollegen und Endospezialisten, der mühsam unter Mikroskopkontrolle möglichst 80-90% des Restgewebes entfernt. Trotz der höheren Kosten: Lieber aufwändig gesund als beschwerdefrei krank (Timbuktu). Vom "state of the art" ist Timbuktu weit entfernt. Meine Autobremse lasse ich auch lieber beim Fachmann reparieren, sicher nicht bei Dr.Osswald, dem edlen Kämpfer für die Wald-Wiesen-Zahnheilkunde. Gruss Dirlewanger |
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